Hier geht es weiter.
Posts mit dem Label Erniedrigung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Erniedrigung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Dienstag, 13. Januar 2015
Indonesien: Jungfrauentests für Beamtinnen sollen abschafft werden
Jungfrauentests für unverheiratete angehende Beamtinnen sollen in Indonesien abgeschafft werden. Das versprach Innenminister Tjahjo Kumolo nach Presseberichten von Dienstag. Die Praxis war im November ans Licht gekommen, als die Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch solche Tests bei Polizistinnen in Indonesien angeprangert hatte.
Montag, 20. Oktober 2014
PR-Online: "Die Musterung war damals für viele junge Männer angstbesetzt"
Denisa Richter führte für PR-Online ein Interview mit der Leiterin des Karrierecenters der Bundeswehr in Düsseldorf. Dabei spricht sie einen brisanten Fakt an: "Die Musterung war damals für viele junge Männer angstbesetzt".
Die befragte Ingrid Herden antwortete ausweichend:
"Ich hatte schon immer in meiner Behörde dafür gesorgt, dass die Wehrpflichtigen anständig behandelt werden. In Schulungen habe ich immer wieder klargemacht, dass wir um den Nachwuchs werben müssen. Die Bundeswehr ist ein spezieller Arbeitgeber, aber eben einer unter vielen. Ein Pluspunkt ist, dass wir eine klare Perspektive aufzeigen können. Jeder angenommene Bewerber weiß sehr genau, wo er anfängt und was seine Aufstiegsmöglichkeiten sind."
Angesichts der hohen Zahl an Traumatisierungen durch die Musterung ist das Adjektiv "angstbesetzt" zwar gerademal euphemistisch. Die Antwort ist eine glatte Lüge. Man hat nichts getan um die Männer respektvoll zu behandeln, sondern hat die Bedingungen systematisch verschlechtert.
Dienstag, 20. August 2013
Schweiz: Bericht eines Rekruten über Erniedrigungen im Militärdienst
Ich habe mich schon gefragt, ob man das von Frauen auch verlangen könnte? Ich meine, einen solchen Dienst? Ich meine, eine so trümmlige Art von Dienst? – Willst noch ein Müsterchen? (hustet lange) Es war wieder beim Schuheputzen. Dreissig Mann ungefähr, alle flachgelegt, in dieser Unterarm-Liegestütz. Liegst also da mit dem Gesicht im Dreck, stirbst, und einer brüllt hinter dir: «Arsch runter! Arsch rauf!» Dann wirds immer primitiv. «He dort! Finden Sie das geil, wenn Ihr Pimmel so den Boden küsst?!» Du streckst also den Hintern in die Position, die sie befehlen, und dann schreit einer über dir: «Brav! Herrlich! Perfekte Ärsche! Jetzt könnten wir euch tief in den blabla inefigge.» H-ja. Das war aber zu viel. Ich stand auf: «Sorry. Das geht überhaupt nicht.» Und meldete es einem Obergefreiten, von dem ich weiss, dass er fair ist. Später drohten andere Gruppenführer dem, sie würden ihn zusammenschlagen, wenn das noch mal vorkomme.
Den ganzen Bericht findet man hier.
Dienstag, 13. August 2013
BASTA fragt nach: Offener Brief an Musterungsärztin Frau Dr. Teichert
Frau Dr. Sybille Teichert ist eine von vielen Ärztinnen, die durch ihre Arbeit in Deutschen Kreiswehrersatzämtern zu Handlangern eines perfiden Systems geworden sind. Auch wenn es viele Ärztinnen gibt, welche wir hätten anschreiben können, haben wir uns dazu entschieden Dr. Teichert vom KWEA Hannover (heute Karrierecenter der Bundeswehr Hannover) anzuschreiben, da sie sich durch zynische Äußerungen innerhalb der deutschen Medienlandschaft besonders negativ hervorgetan hat. Stellvertretend für diese vielen Äußerungen seien an dieser Stelle dieser, dieser und dieser Artikel verlinkt. Der Bericht des Journalisten Simon Book, welcher sich freiwillig einer zweiten Musterung bei Dr. Sybille Teichert unterzogen hat, lässt Rückschlüsse auf die Art und Weise zu, in welcher die Bundeswehrärztin Teichert mit männlichen Zwangsdienern umgegangen ist. Und diese Rückschlüsse sind ein Bild des Grauens.
wir sind eine internationale Gruppe von Menschenrechtsaktivisten, die unter dem Namen BASTA ein Forum gefunden hat und sich schwerpunktmäßig mit Bedingungen innerhalb der Armeen diverser Länder beschäftigt. In Deutschland geht es uns insbesondere um Praxis der erzwungenen der Intimuntersuchung im Rahmen der Einstellungs- und sonstige Tauglichkeitsuntersuchungen der Bundeswehr und ihrer Behörden, für die Sie, wie viele andere Ärztinnen und Ärzte auch, zuständig gewesen sind.Es gab also viele potentielle Adressaten für einen Brief wie diesen. Da Sie uns aber mit Ihren Äußerungen in Funk und Printmedien besonders aufgefallen sind, haben wir uns entschieden, Ihnen persönlich zuschreiben. Zum vorläufigen Ende der Wehrpflicht in Deutschland hatte Sie der Journalist Simon Book im KWEA Hannover besucht. Er hat sich aus journalistischem Interesse ein zweites Mal einer Musterung unterzogen. Sie haben Ihn vor dem Beginn der Prozedur gefragt ob er das „komplette Programm“ wünsche. Es mag an der journalistischen Intention des Herrn Book liegen, dass durch eine derartige Formulierung der Fokus auf der urologischen und proktologischen Untersuchungen liegt. Für viele Wehrpflichtige wurde der Fokus im Rahmen der Musterung leider auch immer wieder auf diesen, zeitlich gesehen sehr kleinen Teil der gesamten Untersuchung gelenkt. Das liegt daran, dass eine derartige Untersuchung immer Scham behaftet ist. Diese Verletzung des Schamgefühls nimmt man bereitwillig in Kauf, wenn man beispielsweise unter Erkrankungen des Urogenitaltrakts oder des Darms leidet und sich durch einen Arzt Heilung verspricht. Diese Verletzung des Schamgefühls nimmt man auch noch in Kauf wenn man sich einer gewünschten Vorsorgeuntersuchung unterzieht, um sich selbst zu schützen. Wenn es jedoch dazu kommt, dass die Bundeswehr meint im Rahmen einer Zwangsuntersuchung reihenweise Phimosen ausschließen zu müssen, die noch nicht einmal einen Grund zur Ausmusterung darstellen, fühlen sich viele junge Männer zurecht sexuell genötigt in ihrer Würde verletzt. Die Intimsphäre wird dort noch weniger respektiert, als es beispielsweise bei Strafgefangenen gesetzlich festgelegt ist, bei denen eine gerichtlich angeordnete Intimuntersuchung durchgeführt wird. Und das, obwohl sie sich nichts haben zu Schulden kommen lassen.Diese Form der erzwungenen Nacktheit ist für viele junge Männer zum Trauma geworden. Eine Einschätzung des Sachverhaltes gibt unter anderem Prof. Dr. Mausfeld, Universitätsprofessor und Leiter des Instituts für Allgemeine Psychologie an der Universität Kiel: “Da die untersuchte Person zum Objekt degradiert wird und keine Möglichkeit mehr hat, aus freiem Willen eine als erniedrigend empfundene Situation zu verlassen, stellt eine solche Situation etwas grundlegend Anderes dar, als etwa eine freiwillige medizinische Untersuchung, die das Schamgefühl verletzt. Mit psychischen Traumatisierungen ist bei einer
solchen Prozedur und den hohen Fallzahlen in jedem Fall zu rechnen, so dass empirische Studien nur ein genaueres Bild über Häufigkeit und Schwere liefern könnten”. Als Medizinerin müssten auch Sie mit solchen Fakten vertraut sein, zumal es sich ja um einen wichtigen Aspekt ihrer täglichen Arbeit handelt. Dennoch haben Sie in dem Interview beispielsweise geschildert, das Sie im Falle einer Weigerung einfach zum Telefonhörer gegriffen haben um den betroffenen jungen Mann durch die Polizei vorladen zu lassen. Haben Sie angesichts der Zwangssituation die jungen Männer wenigstens über die Möglichkeit, die Intimuntersuchung bei einem Facharzt des Vertrauens durchführen zulassen. Informiert? Oder haben Sie die Gefährdung der psychischen Gesundheit des Wehrpflichtigen in Kauf genommen? "Ich würde Ihnen gern die Hand geben, aber mit Hut begrüßt man eine Dame nicht" mit diesem Satz haben Sie – so geben Sie zumindest stolz zu Protokoll- den ein oder anderen Wehrpflichtigen im KWEA Hannover begrüßt um ihn nur wenige Minuten später, völlig nackt, vor den Augen einer meist weiblichen Schreibkraft, zwangsweise intim zu untersuchen. Halten Sie so etwas für damenhaft? Halten Sie nicht auch im Vergleich dazu die Begrüßung mit Hut für eine Lapalie? Könnten Sie sich eine derartige Vorgehensweise mit vertauschten Geschlechtern vorstellen? Wir nicht und wir wünschen uns, dass ein derartiges Verhalten in Deutschland möglichst bald der Vergangenheit angehört, auch wenn es sich um freiwillige Bewerbungen bei der Bundeswehr oder in einem anderen Beruf handelt.
Wir beabsichtigen, diesen Offenen Brief auf unserer Homepage zu veröffentlichen und laden Sie dazu ein, dort ggf. auch Ihre Stellungnahme abzugeben.
Mit freundlichen Grüßen, die BASTA Kampagne –Stoppt sexuelle Erniedrigung im Militär!
Abonnieren
Posts (Atom)