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Sonntag, 24. Mai 2015
Bericht: Wehrpflicht für Frauen in Norwegen
Nahkampf-Training bei der königlichen Garde. Die King's Guard ist eine Spezialeinheit der norwegischen Streitkräfte. Nur die Besten werden hier genommen, darunter auch Wehrpflichtige, die ihren zwölfmonatigen Dienst leisten. In einer Sporthalle üben rund 20 junge Männer und eine Frau, einen Gegner zu überwältigen, beziehungsweise sich aus der Umklammerung eines Angreifers zu lösen.
Hier gibt es den vollständigen Bericht.
Donnerstag, 16. Oktober 2014
Norwegen: Wehrpflicht für Frauen ist beschlossene Sache
Bereits vor einem Jahr wurde die Wehrpflicht für Frauen formal abgesegnet. Jetzt wurde das Gesetz dazu verabschiedet:
In Norwegen müssen künftig auch Frauen Militärdienst leisten. Das Parlament des Landes hat am Dienstag eine Gesetzesänderung beschlossen, wonach ab dem Jahreswechsel alle jungen Menschen zum Grundwehrdienst einberufen werden können. Die ersten Frauen sollen ab Sommer 2016 ihren Wehrdienst leisten.
Wer jetzt glaubt das hätte irgendwas mit Gleichberechtigung zu tun hat sich getäuscht:
Die Anzahl der Soldaten insgesamt bleibe aber gleich, teilte das Verteidigungsministerium mit. Bisher dienten junge Frauen nur auf freiwilliger Basis. Zurzeit leisten 1.000 Frauen und 7.000 Männer den Grundwehrdienst in Norwegen. „Unser Ziel ist es, den Frauenanteil zu steigern“, sagte Verteidigungsministerin Ine Eriksen Soreide. Die allgemeine Wehrpflicht gebe der Armee die Möglichkeit, die besten und motiviertesten Mitarbeiter zu rekrutieren.
Das heißt im Klartext: wer nicht will, muss auch nicht.
In Norwegen müssen künftig auch Frauen Militärdienst leisten. Das Parlament des Landes hat am Dienstag eine Gesetzesänderung beschlossen, wonach ab dem Jahreswechsel alle jungen Menschen zum Grundwehrdienst einberufen werden können. Die ersten Frauen sollen ab Sommer 2016 ihren Wehrdienst leisten.
Kann man da die Wehrpflicht nicht auch gleich ganz abschaffen?
Freitag, 26. September 2014
USA: Anwalt will gegen einseitige Belastung der Männer durch die Wehrpflicht klagen
Every American male at the age of 18 receives a notice in the mail from the federal government notifying them of their requirement to sign up for the Selective Service — commonly known as “the draft.” The Supreme Court ruled in 1981 that the federal government could require only men to register for the draft, based on Pentagon policy’s which barred women from combat roles. Since this policy has recently changed and women can now serve in these roles, one lawyer is planning a class action lawsuit to force the federal government to include women in the draft registration.
Ob man Antifeminist sein muss um für Gleichberechtigung zu kämpfen muss bezweifelt werden. Und auch, ob es der richtige Weg ist jetzt auch noch Frauen in den Krieg zu zwingen, scheint mehr als fragwürdig. Zwangsdienste gehören für Männer UND für Frauen abgeschafft.
Dennoch ist es gewiss nicht falsch über die geschlechtliche Dimension der Wehrpflichtfrage nachzudenken.
Dennoch ist es gewiss nicht falsch über die geschlechtliche Dimension der Wehrpflichtfrage nachzudenken.
Dienstag, 18. Juni 2013
Wehrpflicht für Frauen in Norwegen: die Mädchenmannschaft kommentiert
Bisher gab es in der feministischen Netzwelt eher weniger bis keine Kommentare zum Thema Wehrpflicht für Frauen in Norwegen. Charlott Schönwetter, vom feministischen Blog Projekt Mädchenmannschaft hat sich entschlossen, diese Lücke zu füllen.
Und das ist jetzt toll? Das ist jetzt ein großer Schritt für mehr Gleichberechtigung? Ein “historischer Tag”, wie es Verteidigungsministerin Anne-Grete Stroen-Erichsen verkündete?
Fragt sie und kritisiert, dass das mit der Wehrpflicht verbundene Männlichkeitsbild unhinterfragt bleibt:
Ich finde es geradezu schwer verständlich wie sich aus einer linken (feministischen?) Position heraus voller Begeisterung auf ein solches Projekt gestürzt werden kann. Das Militär ist ein Teil von Kriegsmaschinerie, ein Ort von Gewalt und verbunden mit militanten Männlichkeitsbildern. Doch diese Punkte werden nicht an sich hinterfragt, sondern einfach ein kleiner “Gleichberechtigungs”-Stempel drauf geknallt.
Am Ende ihres anklagenden Kommentars macht sie einen Vorschlag den wir so unterstützen können:
Genauso “fair” wie eine Wehrpflicht, die alle einschließt, wäre ja auch die Möglichkeit gar keine Wehrpflicht – oder sogar gar kein Militär – zu haben.
Inwiefern der Vorschlag, gar kein Militär zu haben, zum Frieden beitragen kann, ist ein anderes Thema, was hier nicht diskutiert werden soll. Aber die Wehrpflicht aus Gründen der Gleichberechtigung abzuschaffen ist eine Position die einer zukunftsfähigen Gleichstellungspolitik gut stehen würde.
Auch die Frage ob wir nach wie vor in einem Europa leben wollen, in welchem Männern scheinbar alles, inklusive Wehrpflicht zuzumuten ist, muss endlich auch auf den Tisch der zu diskutierenden Fragen der Gleichberechtigung. Es ist eben ein solches Männlichkeitsbild, was die Bundeswehr dazu bringt Männer in Situationen zu zwingen die für Frauen nie und nimmer zumutbar wären. Das in Kreiswehrersatzämtern gleichzeitig Frauenquoten durchgesetzt wurden, durch welche Männer dazu gezwungen waren, die Grausamkeit der erzwungenen Nacktheit auch noch vor dem anderen Geschlecht ertragen zu müssen, ist das Resultat blinder Gleichstellungspolitik. Der Weg zur Gleichberechtigung ist eben nicht der, dass man Frauen einfach auch all das zumutet, was man Männern schon immer zugemutet hat, sondern, dass man endlich hinterfragt was Männern zuzumuten ist.
Danke Charlott Schönwetter, für den erfrischenden Kommentar!
Und das ist jetzt toll? Das ist jetzt ein großer Schritt für mehr Gleichberechtigung? Ein “historischer Tag”, wie es Verteidigungsministerin Anne-Grete Stroen-Erichsen verkündete?
Fragt sie und kritisiert, dass das mit der Wehrpflicht verbundene Männlichkeitsbild unhinterfragt bleibt:
Ich finde es geradezu schwer verständlich wie sich aus einer linken (feministischen?) Position heraus voller Begeisterung auf ein solches Projekt gestürzt werden kann. Das Militär ist ein Teil von Kriegsmaschinerie, ein Ort von Gewalt und verbunden mit militanten Männlichkeitsbildern. Doch diese Punkte werden nicht an sich hinterfragt, sondern einfach ein kleiner “Gleichberechtigungs”-Stempel drauf geknallt.
Am Ende ihres anklagenden Kommentars macht sie einen Vorschlag den wir so unterstützen können:
Genauso “fair” wie eine Wehrpflicht, die alle einschließt, wäre ja auch die Möglichkeit gar keine Wehrpflicht – oder sogar gar kein Militär – zu haben.
Inwiefern der Vorschlag, gar kein Militär zu haben, zum Frieden beitragen kann, ist ein anderes Thema, was hier nicht diskutiert werden soll. Aber die Wehrpflicht aus Gründen der Gleichberechtigung abzuschaffen ist eine Position die einer zukunftsfähigen Gleichstellungspolitik gut stehen würde.
Auch die Frage ob wir nach wie vor in einem Europa leben wollen, in welchem Männern scheinbar alles, inklusive Wehrpflicht zuzumuten ist, muss endlich auch auf den Tisch der zu diskutierenden Fragen der Gleichberechtigung. Es ist eben ein solches Männlichkeitsbild, was die Bundeswehr dazu bringt Männer in Situationen zu zwingen die für Frauen nie und nimmer zumutbar wären. Das in Kreiswehrersatzämtern gleichzeitig Frauenquoten durchgesetzt wurden, durch welche Männer dazu gezwungen waren, die Grausamkeit der erzwungenen Nacktheit auch noch vor dem anderen Geschlecht ertragen zu müssen, ist das Resultat blinder Gleichstellungspolitik. Der Weg zur Gleichberechtigung ist eben nicht der, dass man Frauen einfach auch all das zumutet, was man Männern schon immer zugemutet hat, sondern, dass man endlich hinterfragt was Männern zuzumuten ist.
Danke Charlott Schönwetter, für den erfrischenden Kommentar!
Freitag, 14. Juni 2013
Norwegen: die Wehrpflicht für Frauen kommt!
Über die Debatte um die Ausweitung der Wehrpflicht auf Frauen hatten wir bereits vor zwei Wochen berichtet. Heute wurde abgestimmt und die Entscheidung ist eindeutig: die Wehrpflicht für Frauen kommt. Die Feministinnen haben also ihren Kampf gegen die neue Wehrgerechtigkeit und gegen mehr Gleichheit zwischen den Geschlechtern verloren.
Diese Meldung ist, trotz der begrüßenswerten Hinwendung zu mehr Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern, keine positive Meldung für uns. Das was man Männern mit der Wehrpflicht zugemutet hat, sollte niemandem zugemutet werden dürfen, auch nicht den Frauen Norwegens.
Die Reaktionen fasst Reuters zusammen:
"Rights and duties should be the same for all," said Labor lawmaker Laila Gustavsen, a supporter of the bill. "The armed forces need access to the best resources, regardless of gender, and right now mostly men are recruited." Norway has been at the forefront in the fight for gender equality, introducing measures such as requiring all public limited companies to fill at least 40 percent of their board seats with women. On Wednesday the country celebrated a century since Norwegian women won the right to vote. Women make up half of the current government, and opposition leader Erna Solberg is expected to become Norway's second female prime minister in elections later this year, according to opinion polls which indicate her Conservative Party and its allies will win a parliamentary majority. "This is historic. For me it is fantastic to make history, for the armed forces and for women," Gustavsen said. NATO member Norway has reduced its armed forces since the end of the Cold War and spends heavily on technology to keep a small but advanced military. Women already serve in the military, but do so of their own volition. They make up a tenth of the armed forces, according to the ministry of defense. The change is not expected to force women to serve against their will but should help improve the gender balance. All young people can be conscripted in theory, but since the end of the Cold War the Norwegian armed forces have become more selective in choosing conscripts as their needs have changed. Those who do not want to serve can often find a reason, such as university studies, to avoid the draft. "In theory, it is possible (women would have to serve against their will), just as it can happen to men," Gustavsen said. "But in practice, the armed forces recruit the most motivated young people."
Kleine Bemerkung zum Schluss: "gleiche Rechte - gleiche Pflichten"? War das nicht immer eine Forderung dieser komischen, rechtsextremen Männerechtsbewegung? Wie auch immer, wir distanzieren uns mal lieber ganz schnell von diesen extremen und überzogenen Forderungen und fordern: "gleiche Rechte für alle und Wehrpflicht für niemanden!"
In diesem Sinne, liebe Norwegerinnen und Norweger - wehrt euch gegen die Wehrpflicht!
Nachtrag:
mittlerweile berichten auch deutsche Medien über den Vorstoß der Norweger. Eine lebhafte Diskussionen gibt es unter dem Artikel von Zeit Online und eine Meinungsumfrage zum Thema Frauen und Wehrpflicht gibt es hier.
Nachtrag:
mittlerweile berichten auch deutsche Medien über den Vorstoß der Norweger. Eine lebhafte Diskussionen gibt es unter dem Artikel von Zeit Online und eine Meinungsumfrage zum Thema Frauen und Wehrpflicht gibt es hier.
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