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Freitag, 26. September 2014

USA: Anwalt will gegen einseitige Belastung der Männer durch die Wehrpflicht klagen

Every American male at the age of 18 receives a notice in the mail from the federal government notifying them of their requirement to sign up for the Selective Service — commonly known as “the draft.” The Supreme Court ruled in 1981 that the federal government could require only men to register for the draft, based on Pentagon policy’s which barred women from combat roles. Since this policy has recently changed and women can now serve in these roles, one lawyer is planning a class action lawsuit to force the federal government to include women in the draft registration.


Ob man Antifeminist sein muss um für Gleichberechtigung zu kämpfen muss bezweifelt werden. Und auch, ob es der richtige Weg ist jetzt auch noch Frauen in den Krieg zu zwingen, scheint mehr als fragwürdig. Zwangsdienste gehören für Männer UND für Frauen abgeschafft.
Dennoch ist es gewiss nicht falsch über die geschlechtliche Dimension der Wehrpflichtfrage nachzudenken.

Dienstag, 24. Juni 2014

Amerikanischer Deserteur beantragt Asyl in Deutschland

Die Zeit berichtet heute über den Fall eines amerikanischen Soldaten, der sich geweigert hat zum zweiten Mal in den Krieg im Irak zu ziehen. Das Thema der Desertation ist immer auch Thema von BASTA gewesen, weil es unmittelbar mit der Frage des Zwanges im Zusammenhang steht. Insofern ist der Artikel in der Zeit eine ausdrückliche Empfehlung:


André Lawrence Shepherd wollte nicht ein zweites Mal in den Irak-Krieg ziehen. Im Frühjahr 2007 verließ der US-Soldat daher unerlaubt seine in der fränkischen Katterbach-Kaserne stationierte Einheit und beantragte als erster Deserteur der US-Armee in Deutschland politisches Asyl.
Der Wartungstechniker für Kampfhubschrauber war zwischen September 2004 und Februar 2005 bereits als regulärer Soldat ein erstes Mal im Irak im Einsatz. Zurück in Deutschland verlängerte der heute 37-Jährige seinen Vertrag mit den US-Streitkräften um weitere acht Jahre – nach eigenen Angaben, um so eine sonst mögliche Einberufung als Reservist in den Irak zu verhindern.

Montag, 8. Juli 2013

US-Marine berichtet über die Folgen seiner Vergewaltigung im Militär

In den USA ist die Debatte um sexuellen Missbrauch im Militär deutlich weiter als hier in Deutschland. Das Pentagon hatte kürzlich Zahlen veröffentlicht, welche nahelegen, dass mehr Männer als Frauen im amerikanischen Militär Opfer von sexueller Gewalt werden (BASTA berichtete).
In diesem Zusammenhang wurde zwar auch deutlich, dass es noch einiges zu tun gibt in puncto Anerkennung männlicher Opfer von Gewalt. Aber immerhin gibt es so etwas wie das Department of Veteran Affairs welches unter dem Punkt Mental Health auch das Problem der sexuellen Gewalt im militärischen Kontext offen anspricht. Es gibt sogar ein eigenen Begriff dafür: Military Sexual Trauma (MST).
In der Beschreibung dieses Traumas heißt es dann ganz deutlich:

Both women and men can experience MST during their service.

Das in der Bundeswehr offen über sexuelle Übergriffe auf Männer gesprochen wird, wurde und wird von den Gleichstellungsbeauftragten, die eigentlich für die Aufklärung dieser Fälle zuständig sein sollten, bisher effektiv verhindert.
Der offenere Umgang mit dem Thema in den vereinigten Staaten macht auch mehr Männern Mut offen darüber zu sprechen. In einem aktuellen Beitrag für die BBC spricht der Ex-Marine Soldat Jeremiah Arbogast über die Folgen der Vergewaltigung, die ihm während des Dienstes widerfahren ist.
Das Video findet man hier.

Der Kampf gegen Selbstmorde im US-Militär

Die Suizidrate ist nicht nur im russischen Militär ein großes Problem. Auch die USA haben große Probleme mit Soldaten die traumatisiert aus dem Dienst zurückkehren und keinen Ausweg als den Selbstmord sehen. Stefan Niemann widmet sich dem Thema in einem Beitrag für die ARD.
Einen Verweis auf diesen Beitrag findet sich auch bei Arne Hoffmann.

Freitag, 7. Juni 2013

USA: McCain rät Frauen vom Militärdienst ab, solange das Problem der sexuellen Gewalt nicht behoben ist

Im letzen Monat war die Debatte um sexuellen Missbrauch in der amerikanischen Armee wiederholt Thema auf unserem Blog. Dabei kam auch zur Sprache, dass mehr Männer als Frauen Opfer von derartigen Übergriffen geworden sind.
Jetzt hat sich Senator McCain in die Debatte eingeschaltet:

"Just last night, a woman came to me and said her daughter wanted to join the military and could I give my unqualified support for her doing so. I could not," McCain, an Arizona Republican, said during a Senate Armed Services Committee hearing examining whether all serious sexual crimes should be removed from the chain of command. "I cannot overstate my disgust and disappointment over continued reports of sexual misconduct in our military. We’ve been talking about this issue for years and talk is insufficient." McCain also said: "At its core, this is an issue about defending basic human rights but it's also a long-term threat to the strength of our military. We have to ask ourselves: if left uncorrected, what impact will this problem have on recruitment and retention of qualified men and women?"

Warum McCain nur Frauen empfiehlt, das Militär zu meiden, obwohl in den letzen Jahren mehr Männer als Frauen Opfer von sexueller Gewalt geworden sind bleibt fragwürdig. Seine Überlegungen sollten eher Anlass dazu geben, darüber nachzudenken, inwiefern es ethisch zu verantworten ist, junge Menschen in ein System von Gewalt zu zwingen, in welchem sexuelle Übergriffe zur Tagesordnung gehören. Das betrifft in den USA und in den meisten anderen Ländern dieser Welt vor allem die Männer. Auch wenn die Wehrpflicht in den USA zur Zeit ruht, besteht weiterhin eine Registrierungspflicht für Männer in amerikanischen Kreiswehrersatzämtern. Aber offenbar meint man auch in den USA Männern alles zumuten zu können und den Schutz vor Gewalt auf Frauen beschränken zu dürfen. Was McCain und andere, mit solch einer Haltung vertreten ist nichts anderes als eine Form des Sexismus, gegen die wir von BASTA konsequent Stellung beziehen werden. Der Schutz vor Gewalt muss für alle Geschlechter und alle, die sich zwischen den Geschlechtern einordnen, gelten und nicht nur selektiv für ein Geschlecht.

Freitag, 24. Mai 2013

USA: Vergewaltigung und Missbrauch im Militär - Überlebende melden sich zu Wort

Die gute Nachricht vorweg - sie werden gehört und bekommen ein Forum in einem ausführlichen Beitrag auf NBC News. Ein ähnliches Forum wurde männlichen Überlebenden ähnlicher Vorfälle innerhalb der Bundeswehr noch nicht gegeben, was den Tätern und Täterinnen die Möglichkeit gibt, weiterhin ungestört mit ihren perversen Spielchen fortzufahren. 


The Pentagon estimates that last year 13,900 of the 1.2 million men on active duty endured sexual assault while 12,100 of the 203,000 women in uniform experienced the same crime — or 38 men per day versus 33 women per day. Yet the Defense Department also acknowledges “male survivors report at much lower rates than female survivors.”

Ein ähnliches Phänomen kann man auch in Deutschland beobachten.Während die Pilotstudie Gewalt gegen Männer ausführlich über Opfer sexueller Gewalt in der Bundeswehr berichtet, tauchen derartige Meldungen im Wehrbericht des Wehrbeauftragten nicht auf. Und wenn sie auftauchen, dann werden sie so umschrieben, dass sie nicht mehr als solche wahrgenommen werden. So wurden die Übergriff während der Musterung, denen Wehrpflichtige ausgesetzt waren, im Wehrbericht 2009 nicht etwa unter  dem Punkt Sexuelle Straftaten, Diskriminierung und Belästigung verhandelt  sondern ganz "neutral" unter der Überschrift WehrpflichtSexuelle Straftaten, Diskriminierungen und Belästigungen haben in der Bundeswehr klar verteilte Geschlechterrollen: einen Mann als Täter und eine Frau als Opfer. Das hat den Vorteil für die Bundeswehr, dass derartige Straftaten, die auch an Männern verübt werden, unsichtbar bleiben. 

Lewis, who was raped by a male superior officer aboard a Navy ship in 2000, spoke Thursday at a press conference introducing a bill that seeks to strip serious sex assaults from the military’s chain of command.At that event, he said: “Too often male survivors are ignored and marginalized.”

Ignorieren und marginalisieren? Dafür gibt es auch in der Bundeswehr und in deren Umfeld Experten. Sie heißen Dr. Franz Joseph Jung, Dr. Finke, Bernhard Rymus, Reinhold Robbe usw. Und sie haben viele Verbündete die, bis auf wenige Ausnahmen, stillhalten. 

The biggest reasons men don’t come forward (with sex assault reports) are the fear of retaliation (from fellow troops), the fear of being viewed in a weaker light, and the fact there are very few, if any, services for male survivors,”

Das ist in Deutschland nicht anders als in den USA. Diejenigen, die bis jetzt wegen ihrer Musterung Kontakt mit Verantwortlichen aufgenommen haben, wurden sorgfältig ignoriert und abgewiegelt. Mal sehen, wie lange sich die Bundeswehr ein solches Vorgehen noch erlauben kann.  In Amerika scheint man da schon einen Schritt weiter zu sein: 

All sexual assault response coordinators within the military are instructed to provide “gender-responsive, culturally competent and recovery-oriented” resources, said Cynthia O. Smith, a Pentagon spokeswoman

Geschlechtergerecht? Haben Sie das gehört Herr Königshaus und Herr de Maizière? Bisher hieß geschlechtergerecht in der Bundeswehr immer, dass man Anliegen von Männern einfach ignoriert. Vielleicht nimmt man sich ja bald ein Vorbild an Amerika und verwirft dieses diskriminierende Paradigma endlich. Die Zeit ist mehr als reif. 

Assaults on men have been “carefully hidden from the public and covered up,” not only by the victims themselves but also by superiors within the chain of command, contends the film’s producer and co-director Geri Lynn Weinstein-Matthews.“It’s time for men to have their voices heard. It’s time for them to stand up against these vicious attacks and against the deception of some of their commanding officers.

Sorgfältig vor der Öffentlichkeit versteckt? Das kennen wir hier in Deutschland auch. Aber es wird der Tag kommen, an dem darüber gesprochen wird. 
In diesem Sinne - Ja, es ist auch in Deutschland an der Zeit, dass die Stimmen der männlichen Opfer gehört werden. Es ist an der Zeit aufzustehen und sich nicht mehr zu verstecken! 

Freitag, 10. Mai 2013

Macht die Wehrpflicht unsere Welt friedlicher?

Es ist ein Argument was sich hartnäckig hält. Wir müssen nur so viele wie möglich verpflichten zu kämpfen, ganz demokratisch und volksnah und schon wird es keinen Krieg mehr geben, weil ja quasi jeder betroffen ist und keiner Krieg will. Dass alle großen Kriege im letzen Jahrhundert nur möglich waren, weil es eine allgemeine Wehrpflicht gab und dass diese Wehrpflicht genau das Gegenteil bewirkt hat als Kriege zu verhindern, scheint für niemanden, der so argumentiert ein Grund zu sein, die eigenen Position zum Thema Wehrpflicht zu hinterfragen.

In einem aktuellen Beitrag für den ANTI WAR.BLOG zieht Lucy Steigerwald mit jenen Leuten ins Gericht, die in letzter Zeit immer wieder eine Wehrpflicht für die USA gefordert haben:



Would it work? It’s possible. But it didn’t work during the Civil War, World War I, World War II, Korea, or Vietnam. Or, it didn’t work in time for scores upon scores of thousand of men. What about them? Isn’t preventing their enslavement and slaughter also a part of opposing war?

Der Artikel ist lesenswert und bietet einen guten Einblick in die Debatte um die Wiedereinführung der Wehrpflicht die derzeit in den USA geführt wird.
(Die Wehrpflicht in den USA besteht theoretisch auch im Moment, allerdings nur in der Form, dass sich junge Männer in Kreiswehrersatzämtern registrieren lassen müssen aber nur im Ernstfall zum Dienst herangezogen werden)



Donnerstag, 9. Mai 2013

USA: geleitet von Gott und Google Maps - Nonne protestiert gegen Krieg

Mit einer amüsanten Geschichte wartet heute der Spiegel auf. Eine Ordensschwester bricht in eine Atomanlage ein und besprüht diese, aus Protest gegen Krieg und Gewalt, mit Bibelsprüchen.

Was ist eigentlich mit den Nonnen hier in Deutschland? Warum besprühen die keine Kreiswehrersatzämter mit Bibelsprüchen um gegen entwürdigende Untersuchungen zu protestieren?
(BASTA distanziert sich natürlich ausdrücklich von strafbaren Handlungen, aber etwas mehr friedlicher Protest täte auch Deutschland gut)