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Dienstag, 13. Januar 2015
Was Männer ertragen müssen, wenn sie sich aus Geldnot zum Dienst an der Waffe verpflichten
Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Praxis der Musterungsuntersuchungen und den niedrigen Bewerberzahlen bei der Bundeswehr? Diese Frage wird hinter vorgehaltener Hand seit Jahren in der Bundeswehr diskutiert. Das belegt ein nun öffentlich gewordenes Dokument des Sanitätsdienstes der Bundeswehr.
Von der Leyen: Neue Frauenquote im Sanitätsdienst
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen will die Zahl der Frauen in Führungspositionen bei der Bundeswehr durch eine Quote erhöhen. Diese soll aber nur für den Sanitätsdienst gelten. Dort liegt der Frauenanteil derzeit bei rund 40 Prozent, aber nur eine von fast 20 Generalen ist eine Frau. "Das ist ein lausiger Anteil, deshalb müssen wir hier auch über Quoten mit klaren Zeitleisten nachdenken", sagte von der Leyen dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".
Seit 2001 stehen Frauen alle militärischen Laufbahnen bei der Bundeswehr offen. In den Sanitätsdienst werden dagegen schon seit 1975 Frauen aufgenommen. 1994 schaffte es erstmals eine von ihnen bis zum General. Heute ist Generalstabsarzt Erika Franke die einzige Frau im Generalsrang.
Insgesamt sind derzeit 19.000 von 181.000 Bundeswehrsoldaten Frauen, also etwa 10,5 Prozent. Erklärtes Ziel sind 15 Prozent. Insgesamt gibt es rund 200 Generale beim Bund.
Seit 2001 stehen Frauen alle militärischen Laufbahnen bei der Bundeswehr offen. In den Sanitätsdienst werden dagegen schon seit 1975 Frauen aufgenommen. 1994 schaffte es erstmals eine von ihnen bis zum General. Heute ist Generalstabsarzt Erika Franke die einzige Frau im Generalsrang.
Insgesamt sind derzeit 19.000 von 181.000 Bundeswehrsoldaten Frauen, also etwa 10,5 Prozent. Erklärtes Ziel sind 15 Prozent. Insgesamt gibt es rund 200 Generale beim Bund.
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Donnerstag, 2. Oktober 2014
Werbekampagne für Frauen: Bundeswehr als Wellnessveranstaltung
Männer hat man über Jahrzehnte einfach in die Bundeswehr gezwungen, ob sie wollten oder nicht. Frauen lockt man dagegen mit Plakaten, welche die Bundeswehr als eine Wellnessoase präsentieren. Das findet man beim Spiegel peinlich und sexistisch:
Doch Achtung, Klischee-Alarm. Die Kampagne suggeriert zwei Dinge: Frauen werden nicht wegen ihrer Fähigkeiten gesucht, sondern weil sie gut aussehen. Zweitens: Frauen interessieren sich nur für Schuhe, Kleider und ihr Aussehen. Sie sind immer auch als Mutter im Einsatz. Und: Frauen sind nicht im normalen Arbeitsalltag, in der Normalität mit Männern und anderen Frauen abgebildet. Hinzu kommt: Dass auch um einen Dienst an der Waffe geworben wird, dass Frauen auch Panzer fahren oder Kampfjets fliegen, davon findet sich in der Kampagne nichts. Die Werber scheinen sich bemüht zu haben, dass dieser Gedanke bei der Betrachterin möglichst gar nicht erst aufkommt.
Wann beginnt man beim Spiegel mal damit über den Sexismus zu berichten mit welchem man Männer in die Bundeswehr gezwungen hat? Welche Rollenklischees werden mit einem derart sexistischen Gesetz wie dem bestehenden Wehrpflichtgesetz reproduziert?
Doch Achtung, Klischee-Alarm. Die Kampagne suggeriert zwei Dinge: Frauen werden nicht wegen ihrer Fähigkeiten gesucht, sondern weil sie gut aussehen. Zweitens: Frauen interessieren sich nur für Schuhe, Kleider und ihr Aussehen. Sie sind immer auch als Mutter im Einsatz. Und: Frauen sind nicht im normalen Arbeitsalltag, in der Normalität mit Männern und anderen Frauen abgebildet. Hinzu kommt: Dass auch um einen Dienst an der Waffe geworben wird, dass Frauen auch Panzer fahren oder Kampfjets fliegen, davon findet sich in der Kampagne nichts. Die Werber scheinen sich bemüht zu haben, dass dieser Gedanke bei der Betrachterin möglichst gar nicht erst aufkommt.
Wann beginnt man beim Spiegel mal damit über den Sexismus zu berichten mit welchem man Männer in die Bundeswehr gezwungen hat? Welche Rollenklischees werden mit einem derart sexistischen Gesetz wie dem bestehenden Wehrpflichtgesetz reproduziert?
Von der Leyen: "Mal eben den Nachwuchs gekappt"
Aktuell sieht sich Kriegsministerin von der Leyen mit vielerlei Vorwürfen konfrontiert. Schuld sind da vor allem die Vorgänger. So habe Karl-Theodor zu Guttenberg mit der Aussetzung der Wehrpflicht "mal eben den Nachwuchs gekappt".
Von der Leyen hat sich ihr Leben lang für Gleichberechtigung eingesetzt und sogar in Alice Schwarzers Emma publiziert. Das man Männer wegen ihres Geschlechtes in den Krieg zwingen konnte scheint sie aber für eher unproblematisch zu halten. Zumindest findet sie es schade, dass man es im Moment nicht mehr so einfach kann. Soll das fairer Kampf gegen Sexismus sein? Sehr fragwürdig, Frau von der Leyen.
Von der Leyen hat sich ihr Leben lang für Gleichberechtigung eingesetzt und sogar in Alice Schwarzers Emma publiziert. Das man Männer wegen ihres Geschlechtes in den Krieg zwingen konnte scheint sie aber für eher unproblematisch zu halten. Zumindest findet sie es schade, dass man es im Moment nicht mehr so einfach kann. Soll das fairer Kampf gegen Sexismus sein? Sehr fragwürdig, Frau von der Leyen.
Samstag, 6. September 2014
Frank-Walter Steinmeier gegen Wiedereinführung der Wehrpflicht
Im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine wird immer offener über eine Wiedereinführung der Wehrpflicht in Deutschland diskutiert.
Jetzt hat sich Frank-Walter Steinmeier gegen eine Wiedereinführung der Wehrpflicht ausgesprochen.
"Ich war immer Befürworter der Wehrpflicht, aber die ist Geschichte; ihre Wiedereinführung sehe ich nicht", sagte Frank-Walter Steinmeier in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung.
Jetzt hat sich Frank-Walter Steinmeier gegen eine Wiedereinführung der Wehrpflicht ausgesprochen.
"Ich war immer Befürworter der Wehrpflicht, aber die ist Geschichte; ihre Wiedereinführung sehe ich nicht", sagte Frank-Walter Steinmeier in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung.
Wenn Wehrpflichtbefürworter gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht sind haben sie andere Gründ als Menschenrechte, Recht auf Selbstbestimmung, Recht auf körperliche Unversehrtheit und Gleichberechtigung.
Montag, 27. Januar 2014
Streit über Minderjährige bei der Bundeswehr
ZDF - Heute problematisiert einen Konflikt über Fragen der Rekrutierung für die Bundeswehr. Es geht um diejenigen die sich am wenigsten wehren können - die Minderjährigen.
Studie: männliche Soldaten sehen weibliche massiv bevorteilt
Am häufigsten beschweren sich die Soldaten aber über noch etwas anderes. Sie bemängeln, dass Frauen wegen ihres Geschlechts bevorzugt würden. 62 Prozent attestieren ihnen bessere Karrierechancen, 2005 waren es noch 53 Prozent. Verbrieft ist die Bevorzugung der Frauen in der neuen Bundeswehr-Stilfibel, die Frauen bei Frisuren mehr Freiheiten lässt. Befragt wurden von August bis Oktober 2011 knapp 5000 Soldatinnen und Soldaten.
Hier geht es weiter.
Verteidigunsministerin von der Leyen meint hingegen: "wir müssen die Bundeswehr für Frauen noch attraktiver machen".
Mhh.
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Verteidigunsministerin von der Leyen meint hingegen: "wir müssen die Bundeswehr für Frauen noch attraktiver machen".
Mhh.
Mittwoch, 22. Januar 2014
Soldaten sind gleich, Soldatinnen bleiben gleicher
Titelt die FAZ und weist auf weiterhin bestehende Diskriminierungen männlicher Soldaten hin.
Donnerstag, 19. Dezember 2013
Lange Haare bleiben für Soldaten tabu...
...solange sie männlich sind. So ganz scheint die Bundeswehr sich noch nicht mit dem Thema Gleichberechtigung vertraut gemacht zu haben.
Der law blog berichtet:
Männliche Soldaten bei der Bundeswehr dürfen auch künftig keine langen Haare tragen. Soldatinnen dagegen ist eine längere Frisur erlaubt. Mit dieser Entscheidung erklärte das Bundesverwaltungsgericht den sogenannten Haar- und Barterlass der Bundeswehr für wirksam.
Der Antragsteller leistete ab Januar 2009 als Wehrpflichtiger Grundwehrdienst in einem Ausbildungsregiment. Er trug bei Antritt des Wehrdienstes rund 40 cm lange Haare, die offen getragen auf den Rücken fielen. Im Dienst sicherte er die Haare zunächst mit mehreren Haargummis, so dass sie einen langen, über den Uniformkragen hinaus bis zu den Schulterblättern reichenden Pferdeschwanz ergaben; später trug er die Haare hochgebunden.
Seine Vorgesetzten befahlen dem Antragsteller mehrfach, sich mit einer Frisur zum Dienst zu melden, die den Bestimmungen des Haar- und Barterlasses entspricht. Dieser Erlass sieht für männliche Soldaten vor, dass das Haar am Kopf anliegen oder so kurz geschnitten sein muss, dass Ohren und Augen nicht bedeckt werden; das Haar muss so getragen werden, dass bei aufrechter Kopfhaltung Uniform- und Hemdkragen nicht berührt werden.
Der law blog berichtet:
Männliche Soldaten bei der Bundeswehr dürfen auch künftig keine langen Haare tragen. Soldatinnen dagegen ist eine längere Frisur erlaubt. Mit dieser Entscheidung erklärte das Bundesverwaltungsgericht den sogenannten Haar- und Barterlass der Bundeswehr für wirksam.
Der Antragsteller leistete ab Januar 2009 als Wehrpflichtiger Grundwehrdienst in einem Ausbildungsregiment. Er trug bei Antritt des Wehrdienstes rund 40 cm lange Haare, die offen getragen auf den Rücken fielen. Im Dienst sicherte er die Haare zunächst mit mehreren Haargummis, so dass sie einen langen, über den Uniformkragen hinaus bis zu den Schulterblättern reichenden Pferdeschwanz ergaben; später trug er die Haare hochgebunden.
Seine Vorgesetzten befahlen dem Antragsteller mehrfach, sich mit einer Frisur zum Dienst zu melden, die den Bestimmungen des Haar- und Barterlasses entspricht. Dieser Erlass sieht für männliche Soldaten vor, dass das Haar am Kopf anliegen oder so kurz geschnitten sein muss, dass Ohren und Augen nicht bedeckt werden; das Haar muss so getragen werden, dass bei aufrechter Kopfhaltung Uniform- und Hemdkragen nicht berührt werden.
Hier geht es weiter. Ein Verweis darauf findet sich auch auf genderama.
Freitag, 29. November 2013
Grünen Vorsitzende: "Bundeswehr ist immer noch ein Männerverein"
"Gerade die Bundeswehr ist noch immer weitgehend ein reiner Männerverein. Mehr Frauen in der Bundeswehr können auch dazu beitragen, dass sie moderner und offener wird"
Behauptet Simone Peter gegenüber der WELT.
Frau Peter! Besuchen Sie bitte einmal ein beliebiges Kreiswehrersatzamt und dann wiederholen Sie diesen Satz noch einmal! Was dort abläuft ist weder modern noch offen.
Behauptet Simone Peter gegenüber der WELT.
Frau Peter! Besuchen Sie bitte einmal ein beliebiges Kreiswehrersatzamt und dann wiederholen Sie diesen Satz noch einmal! Was dort abläuft ist weder modern noch offen.
Sonntag, 24. November 2013
De Maizère zynisch: "Frauen tun der Bundeswehr in jeder Weise gut"
Das Kapitel Frauenförderung in der Bundeswehr geht in eine neue Runde. Jetzt hat Minister De Maizère eine "Frauenoffensive" aus. Frauenförderung in der Bundeswehr ist nichts neues. Um Quoten zu erfüllen werden in der Bundeswehr seit Jahrzehnten bevorzugt Frauen eingestellt. Da sich Frauen aber offensichtlich nur schwer für riskante Tätigkeiten erwärmen können, arbeiten Sie vorwiegend im Sanitätsdienst. Das hat zur Konsequenz, dass geschätzte 90% männliche Bewerber von geschätzten 90% Frauen im Sanitätsdienst zwangsweise im Intimbereich untersucht werden. Mit der Frauenoffensive wird sich dieses Phänomen weiter verstärken. Herzlichen Glückwunsch Herr Verteidigungsminister!
Die SPD liefert die passenden Vorschläge, wie sich die Forderung realisieren lasse:
Der künftige Koalitionspartner wirft dem Minister zu wenig Engagement für die Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie vor. "Wer mehr Frauen in der Bundeswehr haben will, muss bessere Arbeitszeitregelungen finden", sagt SPD-Verteidigungsexperte Rainer Arnold. In den Koalitionsverhandlungen habe der Minister klare Regelungen dazu rigoros abgelehnt. "Das liegt daran, dass der Minister einem überkommenen Soldatenbild nachhängt", so Arnold. "Er meint immer noch, allein das Dienen reiche als Motivation. Aber Soldaten sind Menschen mit Familien." Eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit von derzeit 48 Stunden ohne verlässlichen Feierabend sei für die wenig attraktiv.
Wie bringt man genügend Männer in die Bundeswehr? Man führt eine "allgemeine Wehrpflicht" für Männer ein und zwingt sie. Wie bringt man mehr Frauen in die Bundeswehr? Man macht die Bundeswehr zu einem Wellnesshotel mit Kinderbetreuung.
Die SPD liefert die passenden Vorschläge, wie sich die Forderung realisieren lasse:
Der künftige Koalitionspartner wirft dem Minister zu wenig Engagement für die Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie vor. "Wer mehr Frauen in der Bundeswehr haben will, muss bessere Arbeitszeitregelungen finden", sagt SPD-Verteidigungsexperte Rainer Arnold. In den Koalitionsverhandlungen habe der Minister klare Regelungen dazu rigoros abgelehnt. "Das liegt daran, dass der Minister einem überkommenen Soldatenbild nachhängt", so Arnold. "Er meint immer noch, allein das Dienen reiche als Motivation. Aber Soldaten sind Menschen mit Familien." Eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit von derzeit 48 Stunden ohne verlässlichen Feierabend sei für die wenig attraktiv.
Wie bringt man genügend Männer in die Bundeswehr? Man führt eine "allgemeine Wehrpflicht" für Männer ein und zwingt sie. Wie bringt man mehr Frauen in die Bundeswehr? Man macht die Bundeswehr zu einem Wellnesshotel mit Kinderbetreuung.
Bundeswehr Offizier beleidigt: "Was glaubt ihr eigentlich wer wir sind?
Heute bietet Die Zeit dem Offizier Dominik Wullers ein Forum um seinem Frust etwas Luft zu machen:
Ich habe es satt. Immer wieder bin ich mit Beleidigungen, dummen Sprüchen und Diskriminierungen konfrontiert. Nicht weil ich halb schwarz, sondern weil ich Offizier bin. Das regt mich als Bürger auf.
Das ist natürlich bedauerlich. Aber eine Organisation, die Menschen über Jahrzehnte behandelt wie Schlachtvieh, darf sich nicht wundern, wenn sie nicht sonderlich beliebt ist.
Besonders wütend macht mich die platte Anti-Bundeswehr-Haltung an Schulen. Es sind immer wieder dieselben Behauptungen und Beleidigungen, die meine Kameraden und ich im Dienst stillschweigend hinnehmen müssen.
Erinnert sich der Offizier denn nicht mehr, was er als jungendlicher "stillschweigend hinnehmen" musste? Setzten Sie sich lieber für eine bessere Bundeswehr ein, plädieren Sie für die Aufhebung der Wehrpflicht und dann klappt das auch irgendwann mit der Beliebtheit innerhalb der Bevölkerung!
Ich habe es satt. Immer wieder bin ich mit Beleidigungen, dummen Sprüchen und Diskriminierungen konfrontiert. Nicht weil ich halb schwarz, sondern weil ich Offizier bin. Das regt mich als Bürger auf.
Das ist natürlich bedauerlich. Aber eine Organisation, die Menschen über Jahrzehnte behandelt wie Schlachtvieh, darf sich nicht wundern, wenn sie nicht sonderlich beliebt ist.
Besonders wütend macht mich die platte Anti-Bundeswehr-Haltung an Schulen. Es sind immer wieder dieselben Behauptungen und Beleidigungen, die meine Kameraden und ich im Dienst stillschweigend hinnehmen müssen.
Erinnert sich der Offizier denn nicht mehr, was er als jungendlicher "stillschweigend hinnehmen" musste? Setzten Sie sich lieber für eine bessere Bundeswehr ein, plädieren Sie für die Aufhebung der Wehrpflicht und dann klappt das auch irgendwann mit der Beliebtheit innerhalb der Bevölkerung!
Mittwoch, 18. September 2013
Musterungstrauma: Hilfe für Betroffene
Wir von BASTA sind, im Laufe der Jahre, in denen wir an dem Thema Musterung gearbeitet haben, mit vielen Männern die von einem so genannten Musterungstrauma betroffen sind, in Kontakt gekommen. Wir sind keine professionellen Therapeuten und können darum nur Hinweise geben wo du dir professionelle Unterstützung suchen kannst und wie du dir erst einmal selbst helfen kannst.
1.Du bist nicht alleine. Es ist ein schwieriges Gefühl zu wissen, dass die Musterung an vielen Millionen Männern vollzogen wurde aber scheinbar keiner damit ein Problem gehabt haben will. Das Bundesministerium für Familie und Soziales hat 2004 eine Pilotstudie mit dem Titel “Gewalt gegen Männer” veröffentlicht. Aus dieser Studie geht hervor, dass es einen nicht geringen Anteil an Männern gibt die die Musterung als demütigend empfunden haben.Der Grund, warum keiner darüber spricht ist also nicht, dass keiner so empfindet, sondern dass es sich nach wie vor um ein Tabu handelt über das keiner sprechen möchte.
Hier geht es weiter.
Mittwoch, 21. August 2013
FDP: Aussetzung der Wehrpflicht bleibt richtig
Die FDP legt mit einer Erklärung zur Debatte um die "Wiedereinführung" der ausgesetzten Wehrpflicht nach:
Für die Liberalen kommt eine Wiedereinführung der Wehrpflicht nicht in Frage. FDP-Verteidigungsexperte Christoph Schnurr erklärte, dass die Aussetzung für mehr Gerechtigkeit gesorgt habe. FDP-Verteidigungspolitiker Rainer Erdel betonte, dass es keine sicherheitspolitische Notwendigkeit für eine solche Diskussion gebe.
"Wir haben die Wehrpflicht ausgesetzt und dabei bleibt es", stellte Schnurr klar. Die Entscheidung sei ein großer Erfolg und eine der wichtigsten Weichenstellungen für die Neuausrichtung der Bundeswehr in dieser Wahlperiode gewesen. "Statt reflexartig eine Pflicht zu fordern, sollten die Befürworter eines neuerlichen Wehrdienstes lieber darüber nachdenken, wie die Bundeswehr als Arbeitgeber attraktiver werden kann", schlug der Verteidigungsexperte vor.
Zu den rückläufigen Bewerberzahlen erklärte Schnurr, dass diese "keineswegs so dramatisch" seien, dass deswegen die Entscheidung zur Aussetzung der Wehrpflicht rückgängig gemacht werden müsste. Sie seien lediglich der "Aufhänger für die alten Forderungen konservativer Kreise, die nach wie vor Anhänger der Wehrplicht sind und deren Ende nie verwunden haben", so Schnurr. Er stellte klar, dass für die Liberalen im Bundestag die "Rechte und Freiheiten junger Erwachsener" über diesen überkommenen Wertvorstellungen stünden. "Wir haben viel dadurch gewonnen, dass Menschen mittlerweile freiwillig einen Dienst verrichten und nicht mehr dazu gezwungen werden", unterstrich Schnurr. Entgegen aller Befürchtungen habe es auch bei den sozialen Diensten keine Engpässe gegeben. Er stellte klar: "Die Freiwilligendienste erfreuen sich eines hohen Zuspruchs."
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Für die Liberalen kommt eine Wiedereinführung der Wehrpflicht nicht in Frage. FDP-Verteidigungsexperte Christoph Schnurr erklärte, dass die Aussetzung für mehr Gerechtigkeit gesorgt habe. FDP-Verteidigungspolitiker Rainer Erdel betonte, dass es keine sicherheitspolitische Notwendigkeit für eine solche Diskussion gebe.
"Wir haben die Wehrpflicht ausgesetzt und dabei bleibt es", stellte Schnurr klar. Die Entscheidung sei ein großer Erfolg und eine der wichtigsten Weichenstellungen für die Neuausrichtung der Bundeswehr in dieser Wahlperiode gewesen. "Statt reflexartig eine Pflicht zu fordern, sollten die Befürworter eines neuerlichen Wehrdienstes lieber darüber nachdenken, wie die Bundeswehr als Arbeitgeber attraktiver werden kann", schlug der Verteidigungsexperte vor.
Zu den rückläufigen Bewerberzahlen erklärte Schnurr, dass diese "keineswegs so dramatisch" seien, dass deswegen die Entscheidung zur Aussetzung der Wehrpflicht rückgängig gemacht werden müsste. Sie seien lediglich der "Aufhänger für die alten Forderungen konservativer Kreise, die nach wie vor Anhänger der Wehrplicht sind und deren Ende nie verwunden haben", so Schnurr. Er stellte klar, dass für die Liberalen im Bundestag die "Rechte und Freiheiten junger Erwachsener" über diesen überkommenen Wertvorstellungen stünden. "Wir haben viel dadurch gewonnen, dass Menschen mittlerweile freiwillig einen Dienst verrichten und nicht mehr dazu gezwungen werden", unterstrich Schnurr. Entgegen aller Befürchtungen habe es auch bei den sozialen Diensten keine Engpässe gegeben. Er stellte klar: "Die Freiwilligendienste erfreuen sich eines hohen Zuspruchs."
Dienstag, 20. August 2013
Errektionskurven, Phallografien, Volumenschwankungen und Wehrpflicht
Der Dopingskandal der Bundesrepublik hat viele Abenteuerlichkeiten ans Licht gebracht. Quasi nebenbei wurde dabei auch ein Thema publik, welches an Absurdität nicht zu überbieten ist. Die Zeit berichtet heute über Studien zur Auswirkung von Anabolika auf die "Errektionsfähigkeit" des Mannes:
Auf Seite 293 ff. ist das "Porno-Projekt" beschrieben, es sollte die psychosexuellen Nebenwirkungen von Anabolika auf den Mann testen. Wer das Zeug schluckt oder gespritzt bekommt, wie in Zeiten des Kalten Kriegs üblich, wird möglicherweise zwischenmenschlich aktiver. Man konnte damals nur mutmaßen.
Dass die Phallografie eine "verlässliche Indikation der sexuellen Objektpräferenz" erzeugte, hatten die deutschen Ärzte von einem tschechischen Wissenschaftler erfahren, der sie in den Fünfzigern erfunden hatte. Er wollte Wehrpflichtige, die sich als schwul ausgaben, um sich vor dem Militärdienst zu drücken, "der Heterosexualität überführen", wie die Berliner Forscher schreiben.
Auf Seite 293 ff. ist das "Porno-Projekt" beschrieben, es sollte die psychosexuellen Nebenwirkungen von Anabolika auf den Mann testen. Wer das Zeug schluckt oder gespritzt bekommt, wie in Zeiten des Kalten Kriegs üblich, wird möglicherweise zwischenmenschlich aktiver. Man konnte damals nur mutmaßen.
Das alleine ist absurd genug. Schlimmer wird es aber noch, wenn man erfährt, wofür das entsprechende Instrumentarium entwickelt wurde:
Ob das entsprechende Instrument tatsächlich in Kreiswehrersatzämtern der BRD zum Einsatz gekommen ist, lässt sich schwer sagen. Aber allein der Umstand, dass es zu diesem Zweck entwickelt wurde ist ein Skandal. Kann man sich etwas entwürdigenderes vorstellen, als einen "Errektionstest" zusätzlich zu den ohnehin schon demütigenden Imtimuntersuchungen der Musterung?
Allein der Gedanke daran macht sprachlos.
Wiedereinführung der Wehrpflicht: Auch DIE LINKE bleibt souverön
Nachdem die Union mit einem denkbar absurden Vorschlag nach vorne gebrecht war und die FDP bereits gekontert hat, legt nun DIE LINKE mit einer Pressemitteilung nach:
„Der CDU-Vorstand ist mal wieder von der komplexen Realität total überfordert“, kommentiert Paul Schäfer, verteidigungspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, die Überlegungen des CDU-Vorstands zur Wiedereinführung der Wehrpflicht. Schäfer weiter:
„Wenn als Begründung sogar angeführt wird, dass so die Einsatzfähigkeit der sozialen Dienste gewährleistet werden soll, unterstreicht dies nur, wie wenig sich die CDU um das Grundgesetz schert. Denn eine allgemeine Dienstpflicht ist dort nirgendwo vorgesehen.
So richtig die Aussetzung der Allgemeinen Wehrpflicht war, so falsch war die Einführung des Freiwilligen Wehrdienstes. Es sollte der Anschein erweckt werden, dass die freiwillig Wehrdienstleistenden ein gesellschaftliches Ehrenamt ausüben, was aber schon durch den fünfmal höheren Lohn konterkariert wurde. Außerdem sollte der neue Dienst als Schnupperkurs junge Menschen für die Bundeswehr interessieren und für deren schnelle Verfügbarkeit bei Auslandseinsätzen sorgen.
Unterm Strich ist deutlich geworden: Dieser Schnupperkurs ist teuer und bringt der Bundeswehr kein qualifiziertes Personal. Vor allem ist der Freiwillige Wehrdienst ein Symbol für die gefährlich falsche Ausrichtung der Bundeswehr auf eine globale Einsatzarmee.
Die Gedankenspiele zeigen, die Aussetzung der Wehrpflicht reicht nicht. Die gesetzlichen Grundlagen für den Zwangsdienst müssen komplett aufgehoben werden. Den Nachwuchssorgen der Bundeswehr kann abgeholfen werden, indem sich die Bundeswehr auf ihren Verteidigungsauftrag besinnt.“
Von der komplexen Realität total überfordert? Aufhebung der gesetzlichen Grundlagen für den Zwangsdienst? Dem ist nichts hinzuzufügen.
„Der CDU-Vorstand ist mal wieder von der komplexen Realität total überfordert“, kommentiert Paul Schäfer, verteidigungspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, die Überlegungen des CDU-Vorstands zur Wiedereinführung der Wehrpflicht. Schäfer weiter:
„Wenn als Begründung sogar angeführt wird, dass so die Einsatzfähigkeit der sozialen Dienste gewährleistet werden soll, unterstreicht dies nur, wie wenig sich die CDU um das Grundgesetz schert. Denn eine allgemeine Dienstpflicht ist dort nirgendwo vorgesehen.
So richtig die Aussetzung der Allgemeinen Wehrpflicht war, so falsch war die Einführung des Freiwilligen Wehrdienstes. Es sollte der Anschein erweckt werden, dass die freiwillig Wehrdienstleistenden ein gesellschaftliches Ehrenamt ausüben, was aber schon durch den fünfmal höheren Lohn konterkariert wurde. Außerdem sollte der neue Dienst als Schnupperkurs junge Menschen für die Bundeswehr interessieren und für deren schnelle Verfügbarkeit bei Auslandseinsätzen sorgen.
Unterm Strich ist deutlich geworden: Dieser Schnupperkurs ist teuer und bringt der Bundeswehr kein qualifiziertes Personal. Vor allem ist der Freiwillige Wehrdienst ein Symbol für die gefährlich falsche Ausrichtung der Bundeswehr auf eine globale Einsatzarmee.
Die Gedankenspiele zeigen, die Aussetzung der Wehrpflicht reicht nicht. Die gesetzlichen Grundlagen für den Zwangsdienst müssen komplett aufgehoben werden. Den Nachwuchssorgen der Bundeswehr kann abgeholfen werden, indem sich die Bundeswehr auf ihren Verteidigungsauftrag besinnt.“
Freitag, 2. August 2013
Gastbeitrag: Raphael Gensert über die Musterung
Der Multikommunikationspublizist, Gesellschaftsbeobachter und Medienproduzent Raphael Gensert veröffentlicht heute einen Gastbeitrag auf unserem Blog. Der anklagende Aufsatz ist bereits im Dezember des letzen Jahres auf seinem eigenen Blog erschienen, ist aber aktuell wie eh und je.
Mit überraschender Offenheit und Selbstbewusstsein spricht der junge Autor über seine persönlichen Erfahrungen in deutschen Kreiswehrersatzämtern. Mit positivem Mut spricht er aus, was sich die wenigsten Betroffenen zu sagen trauen. Er weiß um das Tabu, mit welchem das Thema belegt ist und er weiß auch, dass diese Taten nur so lange möglich gewesen sind, weil die betroffenen Jungen und Männer aus Scham geschwiegen haben. Er verdient höchste Anerkennung für seine Mithilfe beim brechen des Eises. Es wird vielleicht noch einige Jahre dauern, bis offen darüber gesprochen werden kann, aber dennoch zeichnet sich bereits jetzt ein gewissen Tauwetter ab. Dank mutigen Menschen wie Raphael Gensert.
(Die in diesem Beitrag von Gensert zitierten Passagen aus dem PDF Dokument beziehen sich auf das 2010 erschienene Buch zur Musterung: "Staatlich legitimierte Perversion")
Mit überraschender Offenheit und Selbstbewusstsein spricht der junge Autor über seine persönlichen Erfahrungen in deutschen Kreiswehrersatzämtern. Mit positivem Mut spricht er aus, was sich die wenigsten Betroffenen zu sagen trauen. Er weiß um das Tabu, mit welchem das Thema belegt ist und er weiß auch, dass diese Taten nur so lange möglich gewesen sind, weil die betroffenen Jungen und Männer aus Scham geschwiegen haben. Er verdient höchste Anerkennung für seine Mithilfe beim brechen des Eises. Es wird vielleicht noch einige Jahre dauern, bis offen darüber gesprochen werden kann, aber dennoch zeichnet sich bereits jetzt ein gewissen Tauwetter ab. Dank mutigen Menschen wie Raphael Gensert.
(Die in diesem Beitrag von Gensert zitierten Passagen aus dem PDF Dokument beziehen sich auf das 2010 erschienene Buch zur Musterung: "Staatlich legitimierte Perversion")
Kreiswehrersatzämter: Ein Hodensack klagt an
Mit diesem Blog unterbreche ich einen Grundsatz, der für meine Blogs bislang immer gegolten hat und der auch weiterhin gelten wird. Mit diesem Blog beschreibe ich etwas Persönliches. Ich sage es auch gleich vorweg: Ich kann dieses Thema nicht objektiv beschreiben und mich deshalb auch nicht neutral oder zurückhaltend ausdrücken, sondern nenne die Dinge beim Namen. Ja, ich werde polemisch. Von daher bin ich niemandem böse, der sich diesen Aufsatz nicht antut. Es ist mir aber wichtig, ausnahmsweise etwas Persönliches zu berichten, weil ich sicher weiß, daß es Millionen Menschen da draußen genau so geht wie mir. Ich spreche für uns alle! Ein Hodensack klagt an. Und zwar meiner.
Eine Woche ist es jetzt her, seit mich über die dpa die Meldung erreicht hat, daß zum 30. November die letzten Kreiswehrersatzämter in Deutschland schließen. Es fällt mir immer noch sehr schwer, meine Gefühle, die ich mit dieser Nachricht verbinde, zum Ausdruck zu bringen. Vielleicht ist es ungefähr so, als wenn es mitten im Krieg gehießen hätte, daß sämtliche KZs von heute auf morgen einfach so ihren Betrieb einstellen. Etwas, das jahrzehntelang dogmatisch existierte, die institutionalisierte Verachtung von Menschenrechten, die der Staat immer wieder gebetsmühlenartig für sich legitimierte, soll plötzlich verschwinden? Etwas, über das man nie gesprochen hatte? Etwas, von dem jeder wußte, daß es existierte und um das sich so viele Mythen und Gerüchte rangten und von dem aber trotzdem jeder wußte, daß dort Tag für Tag Menschen um ihre Würde gebracht und systematisch gequält wurden? Jeder Mann, der einmal ein solches Amt von innen gesehen hat, und das dürften so ziemlich alle sein, weiß davon, aber kaum jemand hat jemals darüber gesprochen. Ich auch nicht. 14 Jahre nicht. Bis jetzt.
Die Tatsache, daß auch ich von der Musterung betroffen war und die Erinnerungen daran mit ins Grab nehmen werde, macht es mir nicht leicht, darüber zu sprechen. Als ich die Meldung von der Schließung dieser Folterhäuser las, riß in mir eine Wunde auf, von der ich nicht mehr wußte, daß sie überhaupt exisiert. Und urplötzlich war alles wieder da: Der kalte November-Morgen im Kreiswehrersatzamt Wiesbaden damals, 1998, als unser Verteidigungsminster noch Scharping hieß, das kahle unpersönliche Wartezimmer, in dem wir halbnackt saßen, froren und höllische Angst hatten, und natürlich auch die Untersuchung selbst. Die ich, wie so ziemlich jeder, in Anwesenheit zweiter Frauen über mich ergehen lassen mußte. Das Internet war damals noch nicht so verbreitet, Erfahrungsberichte von anderen, die schon da waren, glichen eher modernen Legenden als wirklichen Erlebnisberichten. Bei jedem schien das irgendwie anders abzulaufen. Das mache das ganze unberechenbar, weil keiner so genau wußte, was auf ihn zukommen würde. Natürlich hatten wir alle Angst vor dem EKG, dem Eier-Kontroll-Griff. Wenn ich mir heute einige Erfahrungsberichte von Jungs durchlese und ihre Erfahrungen mit meinen vergleiche, komme ich zu dem Schluß, daß es mich noch relativ gut getroffen hat. Ich mußte mir "nur" an die Hoden fassen lassen. Von einer Musterungsärztin, die so Mitte, Ende 50 gewesen sein muß. An die Protokollantin habe ich kaum noch Erinnerungen. Die saß etwas im Hintergrund. Durch die generelle Anspannung und Nervosität war ich wie in Trance und habe vieles auch nicht mitbekommen. Oder ich habe es verdrängt und die Erinnerungen daran ausgelöscht. Sowas passiert ja manchmal mit Sachen, die so schrecklich sind, daß der menschliche Geist sie nicht verarbeiten kann und deshalb aus Selbstschutz löscht. Jedenfalls blieb es bei mir, Gott sei dank, "nur" bei diesem EKG. Ich lag auf der Liege, hatte nur eine Unterhose an. Dann sagte sie zu mir: "Dann ziehen Sie jetzt bitte Ihre Unterhose runter, damit ich Ihre Hoden betasten kann." Ich war darauf vorbereitet, aber zu naiv und noch nicht selbstbewußt genug, um das zu verweigern. Also brachte ich nur ein kurzes "Na toll" hervor, zog die Unterhose runter und spürte ihre harten Finger zwischen meinem Sack und der Leiste. Dann sollte ich aufstehen. Sie griff mir wieder dorthin. "Husten Sie mal!" Ich hustete und durfte mich danach wieder anziehen. Wie gesagt: Verglichen mit dem, was ich von anderen gelesen habe, muß ich echt glimpflich davongekommen sein. Ich mußte weder meine Vorhaut zurückziehen, noch mußte ich sie mir zurückziehen lassen, ich mußte mich auch nicht umdrehen, mich nicht bücken, ich mußte meine Backen nicht auseinanderziehen, und ich mußte auch keinen Finger in meinem Po ertragen. Und doch ist mir mit der Nachricht, die Kreiswehrersatzämter würden geschlossen, alles wieder hochgekommen, und ich bin bis jetzt damit beschäftigt, dieses Trauma zu verarbeiten.
Bei meinen Recherchen zum Thema Musterung ist mir aufgefallen, daß wirklich viele Betroffene berichten, von und vor Frauen untersucht worden zu sein. Das ist offenbar kein Zufall. Offiziell wurde sowas auf Anfrage von Betroffenen mit Gleichstellung begründet. Allerdings deutet alles darauf hin, daß Frauen ganz gezielt zur Erniedrigung der Männer eingesetzt werden und es den Frauen, die so etwas machen, auch Spaß macht. In einem Internetforum hat eine Musterungsärztin folgendes geschrieben:
"Besonders erregt es die männlichen Gemüter, wenn eine Ärztin die Musterung durchführt. Jetzt mal eine Frage an meine Geschlechtsgenossinnen, wer von euch würde wirklich gern mal einige Zeit bei der Musterung von Wehrpflichtigen, natürlich bei entsprechender Ausbildung, als Ärztin oder Protokollantin mitmachen?"
Ich fange an zu kochen, wenn ich mir das auf der Zunge zergehen lasse. Und das ist bei weitem nicht das einzige, was diese Damen so loslassen. Hier nochwas:
"Es ist schon ein aufregendes Gefühl, dabei zu sein, wenn ein junger Mann vor der Ärztin seine Vorhaut zurückstreifen muss und dabei seine Eichel zum Vorschein kommt."
In dem Buch "Musterung - Staatlich legitimierte Perversion" von Lars G. Petersson finden sich noch eine Reihe weiterer Beispiele, die in diese Richtung gehen:
"Es war immer ziemlich krass und irgendwo cracy, wenn sie so einen halben Meter vor einem standen und sich vor einem ihr Ding zwischen die Finger nahmen und sie dann ihr Lustorgan hervor pulen mussten und man es die ganze Zeit voll sehen konnte, während die Ärztin so 5 Sek. lang von links und rechts drauf schaute." [sic]
(PDF, S. 136)
"Lustorgan". Ihr "Lustorgan". Sach ma, geht's noch?
Eine Frau bringt es auf den Punkt:
"Durch die große Anzahl von Jungs [...] verliert die Nacktheit jedoch etwas an Reiz. Der Reiz verlagert sich vielmehr auf die Demütigung der jungen Männer. [...] Und wenn der Penis sich dann versteift, wenn der After untersucht wird und die Ärztin ausgiebig den Analbereich abtastet, wird der eine oder andere dann auch mal rot. [...] Eine gewisse Demütigung ist sicher auch dabei."
(PDF, S. 135)
Es kann mir niemand erzählen, daß sich eine Frau, die Medizin studiert hat und Ärztin wird, ganz ohne Hintergedanken bei einem Kreiswehrersatzamt beworben hat. Und nach dem, was ich da eben gerade zitiert habe, fühle ich mich in meiner Vermutung bestätigt: Die finden das ganz schön geil. Sich unter dem Deckmantel staatlicher Vorschriften die intimsten Stellen junger Männer zeigen zu lassen und sich an deren Demütigung zu ergötzen, kann kein Zufall sein. Was sind das eigentlich für Frauen? Mal ganz im Ernst. Sind die selbst in einer Beziehung und gehen abends, nachdem sie ich weiß nicht wievielen Männern an die Eier gegriffen und Vorhäute zurückgezogen haben, nach Hause zu ihrem Mann oder Freund und lassen sich dann durchnehmen? Treffen die sich abends oder am Wochenende mit ihren Freundinnen und gehen shoppen oder ins Kino oder was Frauen unter sich sonst so machen? Führen die ein Doppelleben? Ich weiß nicht, ich finde das pervers. Und es löst in mir Haßgefühle aus.
Nun mag so manche Frau dagegenhalten und argumentieren, sie müßten schließlich auch zum Gynäkologen und sich da unten befummeln lassen. "Stellt euch mal nicht so an, ihr Schlappschwänze", höre ich sie rufen. Liebe Frauen, ihr vergeßt dabei aber etwas:
1. Zum Gynäkologen geht ihr freiwillig. Niemand zwingt euch dazu. Schon gar nicht der Staat, der euch mit Strafen droht, wenn ihr euch widersetzt.
2. Den Gynäkologen könnt ihr euch selbst aussuchen. Ihr selbst entscheidet, zu wem ihr geht. Ob zu einem Mann oder einer Frau.
3. Bei der gynäkologischen Untersuchung sitzt kein 20jähriger Student im Hintergrund, der alles mitschreibt und euch dabei ins Loch guckt.
4. Wenn euch eine Untersuchung unangenehm ist oder ihr sie aus anderen Gründen ablehnt, ist das in Ordnung. Ihr könnt jederzeit aufstehen und gehen ohne dadurch Konsequenzen befürchten zu müssen.
Wir wurden dazu gezwungen. Wir mußten das. Und wir konnten uns nicht aussuchen, zu wem wir gehen. Und mit 18, 19 hat man noch nicht das Selbstbewußtsein und Durchsetzungsvermögen wie mit 30. Heute würde ich mir sowas nicht gefallen lassen, Strafe hin oder her.
Interessant ist auch, daß ich im Zuge meiner Recherchen herausgefunden habe, daß weibliche Bundeswehranwärterinnen völlig anders untersucht wurden. In diesen Fällen war eine Untersuchung durch Gleichgeschlechtliche sogar vorgeschrieben! Die durften gar nicht von Männern untersucht werden. Und die Intimuntersuchung durften sie von einem Arzt ihrer Wahl, also beispielsweise auch vom Gynäkologen ihres Vertrauens, durchführen lassen. Hallo? Gleichbehandlung? Verstehe ich nicht. Kann mir das bitte mal jemand erklären?
Ich weiß nicht, was die Mustung in mir kaputtgemacht hat. Ich habe eine Vermutung, aber ich weiß es nicht sicher. Noch nicht. Ich kann auch nicht einschätzen, was die Musterung in anderen Männern kaputtgemacht hat. Vermutlich, daß sie Schwierigkeiten haben, Frauen zu vertrauen. Die Tatsache aber, daß man über dieses Thema nicht spricht und nie gesprochen hat (übrigens auch nicht Männer untereinander, das war immer ein Tabu-Thema), zeigt mir, daß andere mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben und sich jeder so sehr für diese Demütigungen und Erniedrigungen schämt, daß man nicht darüber sprechen möchte. So langsam wächst in mir das Vorstellungsvermögen, wie es einer Frau ergehen muß, die vergewaltigt worden ist. Auch diese Frauen haben bekanntlich große Probleme, über das Erlebte zu sprechen, weil sie sich einfach so unbeschreiblich erniedrigt fühlen. Vor dem Hintergrund des Musterungstraumas kann ich das ein Stück weit verstehen. Es geht in die selbe Richtung.
Daß nun, nach vielen Jahrzehnten der legitimierten Qual, des Wegschauens und Schweigens diese Einrichtungen schließen sollen und die Demütigungen damit ein Ende haben, kann ich immer noch nicht glauben. Es ist dieses Ich-kann's-noch-gar-nicht-fassen-Prinzip, und es wird wohl auch eine Weile dauern, bis ich das verstanden und verarbeitet und meinen Frieden damit gemacht habe. Es gibt zu diesem Thema noch ganz viel zu erzählen. Nicht umsonst hat der von mir erwähnte Petersson ein Buch darüber geschrieben. Ich habe es mir besorgt und bin dabei, es zu lesen, aber ich komme nie weiter als drei, vier Seiten, weil es mich so sehr belastet, daß ich es nicht aushalte. Ich bin nur froh, daß das alles nun vorbei ist, besonders im Namen derer, denen diese sexuelle Nötigung erspart bleibt.
All den Musterungsärztinnen und Protokollantinnen, die jahrelang in Kreiswehrersatzämtern ihr Unwesen trieben und junge Männer gequält und gedemütigt haben und denen, die diese absurden Vorschriften aufgestellt und bis zum Schluß verteidigt und danach gelebt haben, wünsche ich ähnliche Erfahrungen, die sie auch bis an ihr Lebensende begleiten und sie immer wieder einholen werden. Nicht aus Boshaftigkeit, sondern aus Gerechtigkeit, aus Gründen der "Gleichstellung", die sie selbst als Legitimation vorgeschoben haben. Die Erfahrungen, die fast alle jungen Männer in Kreiswehrersatzämtern machen mußten, wünsche ich niemandem, aber den Musteruntsärztinnen und Protokollantinnen täte ein solches Erlebnis vielleicht auch mal ganz gut, um nachempfinden zu können, wie sich das anfühlt. Denn wer sowas selbst erlebt hat, der würde es anderen auch nicht antun..
Eine Woche ist es jetzt her, seit mich über die dpa die Meldung erreicht hat, daß zum 30. November die letzten Kreiswehrersatzämter in Deutschland schließen. Es fällt mir immer noch sehr schwer, meine Gefühle, die ich mit dieser Nachricht verbinde, zum Ausdruck zu bringen. Vielleicht ist es ungefähr so, als wenn es mitten im Krieg gehießen hätte, daß sämtliche KZs von heute auf morgen einfach so ihren Betrieb einstellen. Etwas, das jahrzehntelang dogmatisch existierte, die institutionalisierte Verachtung von Menschenrechten, die der Staat immer wieder gebetsmühlenartig für sich legitimierte, soll plötzlich verschwinden? Etwas, über das man nie gesprochen hatte? Etwas, von dem jeder wußte, daß es existierte und um das sich so viele Mythen und Gerüchte rangten und von dem aber trotzdem jeder wußte, daß dort Tag für Tag Menschen um ihre Würde gebracht und systematisch gequält wurden? Jeder Mann, der einmal ein solches Amt von innen gesehen hat, und das dürften so ziemlich alle sein, weiß davon, aber kaum jemand hat jemals darüber gesprochen. Ich auch nicht. 14 Jahre nicht. Bis jetzt.
Die Tatsache, daß auch ich von der Musterung betroffen war und die Erinnerungen daran mit ins Grab nehmen werde, macht es mir nicht leicht, darüber zu sprechen. Als ich die Meldung von der Schließung dieser Folterhäuser las, riß in mir eine Wunde auf, von der ich nicht mehr wußte, daß sie überhaupt exisiert. Und urplötzlich war alles wieder da: Der kalte November-Morgen im Kreiswehrersatzamt Wiesbaden damals, 1998, als unser Verteidigungsminster noch Scharping hieß, das kahle unpersönliche Wartezimmer, in dem wir halbnackt saßen, froren und höllische Angst hatten, und natürlich auch die Untersuchung selbst. Die ich, wie so ziemlich jeder, in Anwesenheit zweiter Frauen über mich ergehen lassen mußte. Das Internet war damals noch nicht so verbreitet, Erfahrungsberichte von anderen, die schon da waren, glichen eher modernen Legenden als wirklichen Erlebnisberichten. Bei jedem schien das irgendwie anders abzulaufen. Das mache das ganze unberechenbar, weil keiner so genau wußte, was auf ihn zukommen würde. Natürlich hatten wir alle Angst vor dem EKG, dem Eier-Kontroll-Griff. Wenn ich mir heute einige Erfahrungsberichte von Jungs durchlese und ihre Erfahrungen mit meinen vergleiche, komme ich zu dem Schluß, daß es mich noch relativ gut getroffen hat. Ich mußte mir "nur" an die Hoden fassen lassen. Von einer Musterungsärztin, die so Mitte, Ende 50 gewesen sein muß. An die Protokollantin habe ich kaum noch Erinnerungen. Die saß etwas im Hintergrund. Durch die generelle Anspannung und Nervosität war ich wie in Trance und habe vieles auch nicht mitbekommen. Oder ich habe es verdrängt und die Erinnerungen daran ausgelöscht. Sowas passiert ja manchmal mit Sachen, die so schrecklich sind, daß der menschliche Geist sie nicht verarbeiten kann und deshalb aus Selbstschutz löscht. Jedenfalls blieb es bei mir, Gott sei dank, "nur" bei diesem EKG. Ich lag auf der Liege, hatte nur eine Unterhose an. Dann sagte sie zu mir: "Dann ziehen Sie jetzt bitte Ihre Unterhose runter, damit ich Ihre Hoden betasten kann." Ich war darauf vorbereitet, aber zu naiv und noch nicht selbstbewußt genug, um das zu verweigern. Also brachte ich nur ein kurzes "Na toll" hervor, zog die Unterhose runter und spürte ihre harten Finger zwischen meinem Sack und der Leiste. Dann sollte ich aufstehen. Sie griff mir wieder dorthin. "Husten Sie mal!" Ich hustete und durfte mich danach wieder anziehen. Wie gesagt: Verglichen mit dem, was ich von anderen gelesen habe, muß ich echt glimpflich davongekommen sein. Ich mußte weder meine Vorhaut zurückziehen, noch mußte ich sie mir zurückziehen lassen, ich mußte mich auch nicht umdrehen, mich nicht bücken, ich mußte meine Backen nicht auseinanderziehen, und ich mußte auch keinen Finger in meinem Po ertragen. Und doch ist mir mit der Nachricht, die Kreiswehrersatzämter würden geschlossen, alles wieder hochgekommen, und ich bin bis jetzt damit beschäftigt, dieses Trauma zu verarbeiten.
Bei meinen Recherchen zum Thema Musterung ist mir aufgefallen, daß wirklich viele Betroffene berichten, von und vor Frauen untersucht worden zu sein. Das ist offenbar kein Zufall. Offiziell wurde sowas auf Anfrage von Betroffenen mit Gleichstellung begründet. Allerdings deutet alles darauf hin, daß Frauen ganz gezielt zur Erniedrigung der Männer eingesetzt werden und es den Frauen, die so etwas machen, auch Spaß macht. In einem Internetforum hat eine Musterungsärztin folgendes geschrieben:
"Besonders erregt es die männlichen Gemüter, wenn eine Ärztin die Musterung durchführt. Jetzt mal eine Frage an meine Geschlechtsgenossinnen, wer von euch würde wirklich gern mal einige Zeit bei der Musterung von Wehrpflichtigen, natürlich bei entsprechender Ausbildung, als Ärztin oder Protokollantin mitmachen?"
Ich fange an zu kochen, wenn ich mir das auf der Zunge zergehen lasse. Und das ist bei weitem nicht das einzige, was diese Damen so loslassen. Hier nochwas:
"Es ist schon ein aufregendes Gefühl, dabei zu sein, wenn ein junger Mann vor der Ärztin seine Vorhaut zurückstreifen muss und dabei seine Eichel zum Vorschein kommt."
In dem Buch "Musterung - Staatlich legitimierte Perversion" von Lars G. Petersson finden sich noch eine Reihe weiterer Beispiele, die in diese Richtung gehen:
"Es war immer ziemlich krass und irgendwo cracy, wenn sie so einen halben Meter vor einem standen und sich vor einem ihr Ding zwischen die Finger nahmen und sie dann ihr Lustorgan hervor pulen mussten und man es die ganze Zeit voll sehen konnte, während die Ärztin so 5 Sek. lang von links und rechts drauf schaute." [sic]
(PDF, S. 136)
"Lustorgan". Ihr "Lustorgan". Sach ma, geht's noch?
Eine Frau bringt es auf den Punkt:
"Durch die große Anzahl von Jungs [...] verliert die Nacktheit jedoch etwas an Reiz. Der Reiz verlagert sich vielmehr auf die Demütigung der jungen Männer. [...] Und wenn der Penis sich dann versteift, wenn der After untersucht wird und die Ärztin ausgiebig den Analbereich abtastet, wird der eine oder andere dann auch mal rot. [...] Eine gewisse Demütigung ist sicher auch dabei."
(PDF, S. 135)
Es kann mir niemand erzählen, daß sich eine Frau, die Medizin studiert hat und Ärztin wird, ganz ohne Hintergedanken bei einem Kreiswehrersatzamt beworben hat. Und nach dem, was ich da eben gerade zitiert habe, fühle ich mich in meiner Vermutung bestätigt: Die finden das ganz schön geil. Sich unter dem Deckmantel staatlicher Vorschriften die intimsten Stellen junger Männer zeigen zu lassen und sich an deren Demütigung zu ergötzen, kann kein Zufall sein. Was sind das eigentlich für Frauen? Mal ganz im Ernst. Sind die selbst in einer Beziehung und gehen abends, nachdem sie ich weiß nicht wievielen Männern an die Eier gegriffen und Vorhäute zurückgezogen haben, nach Hause zu ihrem Mann oder Freund und lassen sich dann durchnehmen? Treffen die sich abends oder am Wochenende mit ihren Freundinnen und gehen shoppen oder ins Kino oder was Frauen unter sich sonst so machen? Führen die ein Doppelleben? Ich weiß nicht, ich finde das pervers. Und es löst in mir Haßgefühle aus.
Nun mag so manche Frau dagegenhalten und argumentieren, sie müßten schließlich auch zum Gynäkologen und sich da unten befummeln lassen. "Stellt euch mal nicht so an, ihr Schlappschwänze", höre ich sie rufen. Liebe Frauen, ihr vergeßt dabei aber etwas:
1. Zum Gynäkologen geht ihr freiwillig. Niemand zwingt euch dazu. Schon gar nicht der Staat, der euch mit Strafen droht, wenn ihr euch widersetzt.
2. Den Gynäkologen könnt ihr euch selbst aussuchen. Ihr selbst entscheidet, zu wem ihr geht. Ob zu einem Mann oder einer Frau.
3. Bei der gynäkologischen Untersuchung sitzt kein 20jähriger Student im Hintergrund, der alles mitschreibt und euch dabei ins Loch guckt.
4. Wenn euch eine Untersuchung unangenehm ist oder ihr sie aus anderen Gründen ablehnt, ist das in Ordnung. Ihr könnt jederzeit aufstehen und gehen ohne dadurch Konsequenzen befürchten zu müssen.
Wir wurden dazu gezwungen. Wir mußten das. Und wir konnten uns nicht aussuchen, zu wem wir gehen. Und mit 18, 19 hat man noch nicht das Selbstbewußtsein und Durchsetzungsvermögen wie mit 30. Heute würde ich mir sowas nicht gefallen lassen, Strafe hin oder her.
Interessant ist auch, daß ich im Zuge meiner Recherchen herausgefunden habe, daß weibliche Bundeswehranwärterinnen völlig anders untersucht wurden. In diesen Fällen war eine Untersuchung durch Gleichgeschlechtliche sogar vorgeschrieben! Die durften gar nicht von Männern untersucht werden. Und die Intimuntersuchung durften sie von einem Arzt ihrer Wahl, also beispielsweise auch vom Gynäkologen ihres Vertrauens, durchführen lassen. Hallo? Gleichbehandlung? Verstehe ich nicht. Kann mir das bitte mal jemand erklären?
Ich weiß nicht, was die Mustung in mir kaputtgemacht hat. Ich habe eine Vermutung, aber ich weiß es nicht sicher. Noch nicht. Ich kann auch nicht einschätzen, was die Musterung in anderen Männern kaputtgemacht hat. Vermutlich, daß sie Schwierigkeiten haben, Frauen zu vertrauen. Die Tatsache aber, daß man über dieses Thema nicht spricht und nie gesprochen hat (übrigens auch nicht Männer untereinander, das war immer ein Tabu-Thema), zeigt mir, daß andere mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben und sich jeder so sehr für diese Demütigungen und Erniedrigungen schämt, daß man nicht darüber sprechen möchte. So langsam wächst in mir das Vorstellungsvermögen, wie es einer Frau ergehen muß, die vergewaltigt worden ist. Auch diese Frauen haben bekanntlich große Probleme, über das Erlebte zu sprechen, weil sie sich einfach so unbeschreiblich erniedrigt fühlen. Vor dem Hintergrund des Musterungstraumas kann ich das ein Stück weit verstehen. Es geht in die selbe Richtung.
Daß nun, nach vielen Jahrzehnten der legitimierten Qual, des Wegschauens und Schweigens diese Einrichtungen schließen sollen und die Demütigungen damit ein Ende haben, kann ich immer noch nicht glauben. Es ist dieses Ich-kann's-noch-gar-nicht-fassen-Prinzip, und es wird wohl auch eine Weile dauern, bis ich das verstanden und verarbeitet und meinen Frieden damit gemacht habe. Es gibt zu diesem Thema noch ganz viel zu erzählen. Nicht umsonst hat der von mir erwähnte Petersson ein Buch darüber geschrieben. Ich habe es mir besorgt und bin dabei, es zu lesen, aber ich komme nie weiter als drei, vier Seiten, weil es mich so sehr belastet, daß ich es nicht aushalte. Ich bin nur froh, daß das alles nun vorbei ist, besonders im Namen derer, denen diese sexuelle Nötigung erspart bleibt.
All den Musterungsärztinnen und Protokollantinnen, die jahrelang in Kreiswehrersatzämtern ihr Unwesen trieben und junge Männer gequält und gedemütigt haben und denen, die diese absurden Vorschriften aufgestellt und bis zum Schluß verteidigt und danach gelebt haben, wünsche ich ähnliche Erfahrungen, die sie auch bis an ihr Lebensende begleiten und sie immer wieder einholen werden. Nicht aus Boshaftigkeit, sondern aus Gerechtigkeit, aus Gründen der "Gleichstellung", die sie selbst als Legitimation vorgeschoben haben. Die Erfahrungen, die fast alle jungen Männer in Kreiswehrersatzämtern machen mußten, wünsche ich niemandem, aber den Musteruntsärztinnen und Protokollantinnen täte ein solches Erlebnis vielleicht auch mal ganz gut, um nachempfinden zu können, wie sich das anfühlt. Denn wer sowas selbst erlebt hat, der würde es anderen auch nicht antun..
Donnerstag, 27. Juni 2013
Günter Grass findet "Abschaffung" des Zwangsdienstes "beschämend"
Günther Grass war jahrelang so etwas wie der moralische Scharfrichter der Bundesrepublik. Dieses Bild wurde dann durch sein Schweigen über seine Zeit bei der Waffen SS ad absurdum geführt. Martin Walser hatte sich nach der Enthüllung in "Beim Häuten der Zwiebel" hinter Grass gestellt und in der Stuttgarter Zeitung erklärt "der Mündigste aller Zeitgenossen kann sechzig Jahre lang nicht mitteilen, dass er ohne eigenes Zutun in die Waffen-SS geraten ist". Günther Grass war damals 17 Jahre alt. Er war Wehrpflichtiger unter Hitler und wurde zunächst als Flakhelfer eingezogen. Später hat er sich dann mehr oder weniger freiwillig zur Waffen SS gemeldet. Man mag darüber und über sein Schweigen urteilen wie man will. Aber eines muss klar sein, ein Krieg, wie der Zweite Weltkrieg, konnte nur auf der Grundlage einer allgemeinen Wehrpflicht geführt werden. Grass ist als Jugendlicher selber Opfer dieses Systems geworden. Umso verwirrender sind seine jüngsten Aussagen bezüglich der Aussetzung der Wehrpflicht in Deutschland. Die Welt berichtet:
Grass kritisierte die "Abschaffung" der Wehrpflicht als "beschämend". Er sagte weiter: "Jetzt haben wir den Salat: Eine Söldnerarmee, die in Auslandseinsätze geht." Bei diesen Einsätzen würden Soldaten "verbraten für Geld". Grass appellierte: "Man kann nur davon abraten, bei dieser Söldnerarmee einzutreten!" Schon die deutsche Reichswehr habe sich als "Staat im Staate" erwiesen, und nunmehr entstehe mit der "Söldnerarmee" Bundeswehr etwas "im gleichen Maße". Für diese Hinweise erhielt Grass im mit rund 400 Zuhörern überfüllten Foyer des Willy-Brandt-Hauses Beifall.
Welche absurden Zusammenhänge stellt dieser Mann her? Die Wehrpflicht ist seit zwei Jahren ausgesetzt aber die Auslandseinsätze der Bundeswehr finden seit 1991 statt. Damals noch gegen den Willen der SPD Opposition. Aber auch die SPD hat ihre Meinung bezüglich der Auslandseinsätze geändert. Erinnern Sie sich noch an die Petersberger Wende, Herr Grass? Welche Korrelation kann denn zwischen Auslandseinsätzen und der Wehrpflicht bestehen, wenn diese weit vor der Aussetzung der Wehrpflicht bereits bundesdeutsche Realität waren?
Kanzlerkandidat Steinbrück, der selber eine bekennender Anhänger der Wehrpflicht ist, kontert:
Grass kritisierte die "Abschaffung" der Wehrpflicht als "beschämend". Er sagte weiter: "Jetzt haben wir den Salat: Eine Söldnerarmee, die in Auslandseinsätze geht." Bei diesen Einsätzen würden Soldaten "verbraten für Geld". Grass appellierte: "Man kann nur davon abraten, bei dieser Söldnerarmee einzutreten!" Schon die deutsche Reichswehr habe sich als "Staat im Staate" erwiesen, und nunmehr entstehe mit der "Söldnerarmee" Bundeswehr etwas "im gleichen Maße". Für diese Hinweise erhielt Grass im mit rund 400 Zuhörern überfüllten Foyer des Willy-Brandt-Hauses Beifall.
Welche absurden Zusammenhänge stellt dieser Mann her? Die Wehrpflicht ist seit zwei Jahren ausgesetzt aber die Auslandseinsätze der Bundeswehr finden seit 1991 statt. Damals noch gegen den Willen der SPD Opposition. Aber auch die SPD hat ihre Meinung bezüglich der Auslandseinsätze geändert. Erinnern Sie sich noch an die Petersberger Wende, Herr Grass? Welche Korrelation kann denn zwischen Auslandseinsätzen und der Wehrpflicht bestehen, wenn diese weit vor der Aussetzung der Wehrpflicht bereits bundesdeutsche Realität waren?
Kanzlerkandidat Steinbrück, der selber eine bekennender Anhänger der Wehrpflicht ist, kontert:
SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück indes wies Grass' Vergleiche zurück. "Der Politiker darf widersprechen, Herr Grass", sagte Steinbrück unter leisem Beifall: "Die Bundeswehr ist keine Söldnerarmee, definitiv nicht." Die Wehrpflicht sei suspendiert und nicht abgeschafft worden. Er wünsche sich viele Bürger, die bei der Bundeswehr tätig würden. "Ich möchte, dass sich die Breite der Bevölkerung engagiert." Somit sei die Gefahr gebannt, dass die Bundeswehr zu einem Staat im Staate werde. Gerade bei der jüngsten Hochwasserkatastrophe habe sich gezeigt, dass die Bundeswehr mitnichten eine "Söldnerarmee" sei, sagte Steinbrück: "Da bitte ich um stärkste Anerkennung."
Darf man bei der Bemerkung, die Wehrpflicht sei nur suspendiert, etwas Wehmut heraushören? Soll das heißen, wenn sich zu wenig Freiwillige finden, suspendieren wir einfach die Suspension der Wehrpflicht? Aktuelle Zahlen legen ein entsprechendes Defizit an "Freiwilligen" bereits nahe.
Fazit: Nicht die Aussetzung der Wehrpflicht ist "beschämend" sondern die Äußerungen von Günther Grass sind beschämend. Sehr beschämend sogar.
Dienstag, 18. Juni 2013
Bundeswehrreform: schöne neue Welt?
Die Aussetzung der Wehrpflicht jährt sich zum zweiten Mal und die Bundeswehr ist im Wandel. Zumindest äußerlich. Man gibt sich alle Mühe jung, frisch und neu zu wirken. Doch wenn man genauer hinsieht, ist die Bundeswehrreform vor allem eins: Etikettenschwindel. Ein Schwindel, der offensichtlich ziemlich schnell auffliegt, wenn junge Menschen mit der Realität des deutschen Soldatenlebens konfrontiert werden. Laut einer statistischen Erhebung der Bundeswehr brechen ein Viertel aller Bewerber ihren Dienst vorzeitig ab, die meisten in den ersten Monaten.
Auch im Sanitätsdienst der Bundeswehr tut sich äußerlich einiges. Ein Bericht der Neuen Züricher Zeitung ist mit einem Bild versehen, welches eine Truppenärztin bei der Untersuchung eines jungen Mannes in einem der neuen "Karrierecenter" zeigt. Im Hintergrund ist ein Bild von Andy Warhol zu sehen. Marilyn Monroe lächelt in den weißen und sauberen Raum. Alles neu? Alles schick? Alles sexy bei der Bundeswehr?
Marilyn und Andy bekämen das grausen, wenn sie wüssten, was in den so genannten "Karrierecentern" der Bundeswehr tatsächlich vorgeht. Denn die neue Bundeswehr ist nur eine äußerlich neue Bundeswehr, die alte Bundeswehr ist sowohl in den Köpfen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, in den Methoden der Untersuchung, im Umgang mit den Rekruten, in dem unverändert gleichen Personal und in der gleichen Verteilung der Geschlechter, immer noch die gleiche.
Eine kleine Kostprobe dieser alten Bundeswehr in neuen Farben gibt die Musterungsärztin Barbara Helbert gegenüber der Neuen Züricher Zeitung zum besten:
Die Medizinerin Barbara Helbert, die schon seit 25 Jahren bei der Bundeswehr ist und die Wehrpflicht immer noch für eine gute Sache hält, stösst sich an der inflationären Häufigkeit, mit der die Werbung für den Soldatenberuf den Begriff Karriere strapaziert: «Wir sind doch kein Bankhaus.»
Sind Sie ein wenig nostalgisch veranlagt, Frau Helbert?
Abgesehen davon, dass schon eine gehörige Portion Sexismus und Misandrie dazugehört als Frau einen Zwang für Männer gut zu heißen, dem man selber nie ausgesetzt war, fragt man sich warum ausgerechnet Mitarbeiterinnen des Sanitätsdienstes der Bundeswehr derartige Äußerungen tätigen.
Gerade jene Ärztinnen, die zum Handlanger der Bundeswehr geworden sind und Männer gezwungen haben, sich in einer, die Würde des Menschen tief verletzenden Art und Weise behandeln zu lassen. Gerade jene, die den Zwang zur Nacktheit Realität Ausdruck verliehen haben.
So lange Mitarbeiterinnen des Sanitätsdienst sich so äußern glauben wir kein Wort von der schönen neuen Welt in der Bundeswehr. Da könnt ihr noch so viele Warhols und Marilyns an die Wände hängen.
Wer das Aufhängen von neuen Bildern und die Umbenennung der Kreiswehrersatzämter als Reform bezeichnet, der lügt.
Auch im Sanitätsdienst der Bundeswehr tut sich äußerlich einiges. Ein Bericht der Neuen Züricher Zeitung ist mit einem Bild versehen, welches eine Truppenärztin bei der Untersuchung eines jungen Mannes in einem der neuen "Karrierecenter" zeigt. Im Hintergrund ist ein Bild von Andy Warhol zu sehen. Marilyn Monroe lächelt in den weißen und sauberen Raum. Alles neu? Alles schick? Alles sexy bei der Bundeswehr?
Marilyn und Andy bekämen das grausen, wenn sie wüssten, was in den so genannten "Karrierecentern" der Bundeswehr tatsächlich vorgeht. Denn die neue Bundeswehr ist nur eine äußerlich neue Bundeswehr, die alte Bundeswehr ist sowohl in den Köpfen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, in den Methoden der Untersuchung, im Umgang mit den Rekruten, in dem unverändert gleichen Personal und in der gleichen Verteilung der Geschlechter, immer noch die gleiche.
Eine kleine Kostprobe dieser alten Bundeswehr in neuen Farben gibt die Musterungsärztin Barbara Helbert gegenüber der Neuen Züricher Zeitung zum besten:
Die Medizinerin Barbara Helbert, die schon seit 25 Jahren bei der Bundeswehr ist und die Wehrpflicht immer noch für eine gute Sache hält, stösst sich an der inflationären Häufigkeit, mit der die Werbung für den Soldatenberuf den Begriff Karriere strapaziert: «Wir sind doch kein Bankhaus.»
Sind Sie ein wenig nostalgisch veranlagt, Frau Helbert?
Abgesehen davon, dass schon eine gehörige Portion Sexismus und Misandrie dazugehört als Frau einen Zwang für Männer gut zu heißen, dem man selber nie ausgesetzt war, fragt man sich warum ausgerechnet Mitarbeiterinnen des Sanitätsdienstes der Bundeswehr derartige Äußerungen tätigen.
Gerade jene Ärztinnen, die zum Handlanger der Bundeswehr geworden sind und Männer gezwungen haben, sich in einer, die Würde des Menschen tief verletzenden Art und Weise behandeln zu lassen. Gerade jene, die den Zwang zur Nacktheit Realität Ausdruck verliehen haben.
So lange Mitarbeiterinnen des Sanitätsdienst sich so äußern glauben wir kein Wort von der schönen neuen Welt in der Bundeswehr. Da könnt ihr noch so viele Warhols und Marilyns an die Wände hängen.
Wer das Aufhängen von neuen Bildern und die Umbenennung der Kreiswehrersatzämter als Reform bezeichnet, der lügt.
Mittwoch, 29. Mai 2013
Ausgemusterte Euro - Hawk - Drohnen müssen Zivildienst leisten
Wem beim Thema Bundeswehr das Lachen vergeht (Gründe dafür gibt es genug), dem sei diese kleine Satire des Postillions ans Herz gelegt.
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