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Dienstag, 13. Januar 2015
Was Männer ertragen müssen, wenn sie sich aus Geldnot zum Dienst an der Waffe verpflichten
Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Praxis der Musterungsuntersuchungen und den niedrigen Bewerberzahlen bei der Bundeswehr? Diese Frage wird hinter vorgehaltener Hand seit Jahren in der Bundeswehr diskutiert. Das belegt ein nun öffentlich gewordenes Dokument des Sanitätsdienstes der Bundeswehr.
Von der Leyen: Neue Frauenquote im Sanitätsdienst
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen will die Zahl der Frauen in Führungspositionen bei der Bundeswehr durch eine Quote erhöhen. Diese soll aber nur für den Sanitätsdienst gelten. Dort liegt der Frauenanteil derzeit bei rund 40 Prozent, aber nur eine von fast 20 Generalen ist eine Frau. "Das ist ein lausiger Anteil, deshalb müssen wir hier auch über Quoten mit klaren Zeitleisten nachdenken", sagte von der Leyen dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".
Seit 2001 stehen Frauen alle militärischen Laufbahnen bei der Bundeswehr offen. In den Sanitätsdienst werden dagegen schon seit 1975 Frauen aufgenommen. 1994 schaffte es erstmals eine von ihnen bis zum General. Heute ist Generalstabsarzt Erika Franke die einzige Frau im Generalsrang.
Insgesamt sind derzeit 19.000 von 181.000 Bundeswehrsoldaten Frauen, also etwa 10,5 Prozent. Erklärtes Ziel sind 15 Prozent. Insgesamt gibt es rund 200 Generale beim Bund.
Seit 2001 stehen Frauen alle militärischen Laufbahnen bei der Bundeswehr offen. In den Sanitätsdienst werden dagegen schon seit 1975 Frauen aufgenommen. 1994 schaffte es erstmals eine von ihnen bis zum General. Heute ist Generalstabsarzt Erika Franke die einzige Frau im Generalsrang.
Insgesamt sind derzeit 19.000 von 181.000 Bundeswehrsoldaten Frauen, also etwa 10,5 Prozent. Erklärtes Ziel sind 15 Prozent. Insgesamt gibt es rund 200 Generale beim Bund.
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Sonntag, 14. Dezember 2014
Keinen Bock auf Angrabschen! (Vortrag)
Den vollständigen Vortrag findet ihr hier.
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Wehrpflicht
Samstag, 13. Dezember 2014
Keinen Bock auf Angrabschen! Junge Männer und die Bundeswehr
Neben vielen Schwierigkeiten, über die seit Monaten in den Medien berichtet wird, ist die Bundeswehr seit der Aussetzung der Wehrpflicht mit einem noch viel größeren Problem konfrontiert – mit konstant zu niedrigen Bewerberzahlen.
Trotz der verschiedenen kostspieligen Werbeaktionen, die fast schon so rührend wie verzweifelt wirken, wären die Methoden nicht zum Teil so dubios, bleibt der willige Nachwuchs aus.
Denn bereits am Anfang noch vor dem Diensteintritt steht die erste abschreckende Hürde – die Tauglichkeitsuntersuchung, früher Musterung genannt.
Offensichtlich können sich gerade junge Männer Besseres vorstellen, als sich demütigenden Nackt- und Intimuntersuchungen durch ihre künftigen „Kameradinnen“ des Sanitätsdienstes zu unterwerfen. Diese verflixten jungen Drückeberger wollen diese entwürdigende Prozedur doch einfach nicht als wohlmeinende Fürsorge oder Vorsorgeuntersuchung akzeptieren!
Auch wenn vorher Generationen Wehrpflichtiger selten öffentlich darüber gesprochen haben, die Abstimmung mit den Füßen, die seit Aussetzung der Wehrpflicht möglich ist, spricht Bände.
Bereits im Jahr 2012 wurde auf der Jahrestagung der Arbeitsgruppe chirurgisch tätiger Sanitätsoffiziere (ARCHIS) ein Vortrag gehalten, in welchem die Praxis der Intimuntersuchung bei Männern zum ersten Mal offen kritisiert und mit den aktuell niedrigen Bewerberzahlen in Zusammenhang gebracht wurden. In der 8-9/2012er-Ausgabe der „Wehrmedizinischen Monatsschrift“ wurden alle auf der Jahrestagung gehaltenen Vorträge publiziert – bis auf den brisanten über die Praxis der männlichen Intimuntersuchung bei Musterungs- und Einstellungsuntersuchungen. Dieser bisher unter Verschluss gehaltene Vortrag ist nun an die Öffentlichkeit gelangt und spricht die Missstände innerhalb des Sanitätsdienstes der Bundeswehr an, welche Verteidigungsministerin von der Leyen erneut unter Rechtfertigungsdruck stellen dürften.
Der Vortrag ist hier einzusehen!
(Wer den obigen Link nicht öffnen kann, möge bitte diese Alternative nutzen)
Trotz der verschiedenen kostspieligen Werbeaktionen, die fast schon so rührend wie verzweifelt wirken, wären die Methoden nicht zum Teil so dubios, bleibt der willige Nachwuchs aus.
Denn bereits am Anfang noch vor dem Diensteintritt steht die erste abschreckende Hürde – die Tauglichkeitsuntersuchung, früher Musterung genannt.
Offensichtlich können sich gerade junge Männer Besseres vorstellen, als sich demütigenden Nackt- und Intimuntersuchungen durch ihre künftigen „Kameradinnen“ des Sanitätsdienstes zu unterwerfen. Diese verflixten jungen Drückeberger wollen diese entwürdigende Prozedur doch einfach nicht als wohlmeinende Fürsorge oder Vorsorgeuntersuchung akzeptieren!
Auch wenn vorher Generationen Wehrpflichtiger selten öffentlich darüber gesprochen haben, die Abstimmung mit den Füßen, die seit Aussetzung der Wehrpflicht möglich ist, spricht Bände.
Bereits im Jahr 2012 wurde auf der Jahrestagung der Arbeitsgruppe chirurgisch tätiger Sanitätsoffiziere (ARCHIS) ein Vortrag gehalten, in welchem die Praxis der Intimuntersuchung bei Männern zum ersten Mal offen kritisiert und mit den aktuell niedrigen Bewerberzahlen in Zusammenhang gebracht wurden. In der 8-9/2012er-Ausgabe der „Wehrmedizinischen Monatsschrift“ wurden alle auf der Jahrestagung gehaltenen Vorträge publiziert – bis auf den brisanten über die Praxis der männlichen Intimuntersuchung bei Musterungs- und Einstellungsuntersuchungen. Dieser bisher unter Verschluss gehaltene Vortrag ist nun an die Öffentlichkeit gelangt und spricht die Missstände innerhalb des Sanitätsdienstes der Bundeswehr an, welche Verteidigungsministerin von der Leyen erneut unter Rechtfertigungsdruck stellen dürften.
Der Vortrag ist hier einzusehen!
(Wer den obigen Link nicht öffnen kann, möge bitte diese Alternative nutzen)
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Montag, 24. Juni 2013
Österreich: erwerbsunfähig durch Drill während des Zwangsdienstes
Erinnert ihr euch noch an die Aussage von der SP - Landeshauptfrau Burgstaller bezüglich des Zwangsdienstes in Österreich? "Wehrpflicht tut jungen Männern gut" hatte sie lauthals getönt als es darum ging im Vorfeld der Volksbefragung Propaganda zu betreiben.
Wie "gut" der Zwangsdienst Männern wirklich tut zeigt dieser aktuelle Fall:
"Net owezahn!“, fuhr ihn der Ausbildner an, als Präsenzdiener Michael Andjelkovic bei der Feldübung mit Marschgepäck stürzte. Der damals 19-Jährige hatte seit dem Einrücken schon die längste Zeit Schmerzen in den Knochen. Die Bundesheer-Ärztin in der Kaserne befand nach kurzer Untersuchung, der Grundwehrdiener sei pumperlg’sund. „Ohne Röntgen“, sagt Andjelkovic, „kann die hellsehen?“
(...)
Mithilfe seines Anwalts Thomas Krankl kämpft Andjelkovic um eine Rente. Das Sozialamt lehnte ab.
Der Sanitätsdienst des Bundesheeres scheint also ähnlich unfähig und leichtsinnig zu sein wie der Sanitätsdienst der Bundeswehr in Deutschland. In Deutschland sind durch das Versagen des Sanitätsdienstes schon Menschen ums Leben gekommen. In Österreich sind bis jetzt "nur" Menschen in die Erwerbsunfähigkeit gezwungen worden. Eins haben beide Sanitätsdienste jedoch gemeinsam: einen Faible für perverse nackt Vorführungen. In Deutschland nennt man sie Musterung in Österreich Stellung. Wesentlich unterscheiden tun sie sich nicht.
Wie "gut" der Zwangsdienst Männern wirklich tut zeigt dieser aktuelle Fall:
"Net owezahn!“, fuhr ihn der Ausbildner an, als Präsenzdiener Michael Andjelkovic bei der Feldübung mit Marschgepäck stürzte. Der damals 19-Jährige hatte seit dem Einrücken schon die längste Zeit Schmerzen in den Knochen. Die Bundesheer-Ärztin in der Kaserne befand nach kurzer Untersuchung, der Grundwehrdiener sei pumperlg’sund. „Ohne Röntgen“, sagt Andjelkovic, „kann die hellsehen?“
(...)
Mithilfe seines Anwalts Thomas Krankl kämpft Andjelkovic um eine Rente. Das Sozialamt lehnte ab.
Der Sanitätsdienst des Bundesheeres scheint also ähnlich unfähig und leichtsinnig zu sein wie der Sanitätsdienst der Bundeswehr in Deutschland. In Deutschland sind durch das Versagen des Sanitätsdienstes schon Menschen ums Leben gekommen. In Österreich sind bis jetzt "nur" Menschen in die Erwerbsunfähigkeit gezwungen worden. Eins haben beide Sanitätsdienste jedoch gemeinsam: einen Faible für perverse nackt Vorführungen. In Deutschland nennt man sie Musterung in Österreich Stellung. Wesentlich unterscheiden tun sie sich nicht.
Dienstag, 18. Juni 2013
Bundeswehrreform: schöne neue Welt?
Die Aussetzung der Wehrpflicht jährt sich zum zweiten Mal und die Bundeswehr ist im Wandel. Zumindest äußerlich. Man gibt sich alle Mühe jung, frisch und neu zu wirken. Doch wenn man genauer hinsieht, ist die Bundeswehrreform vor allem eins: Etikettenschwindel. Ein Schwindel, der offensichtlich ziemlich schnell auffliegt, wenn junge Menschen mit der Realität des deutschen Soldatenlebens konfrontiert werden. Laut einer statistischen Erhebung der Bundeswehr brechen ein Viertel aller Bewerber ihren Dienst vorzeitig ab, die meisten in den ersten Monaten.
Auch im Sanitätsdienst der Bundeswehr tut sich äußerlich einiges. Ein Bericht der Neuen Züricher Zeitung ist mit einem Bild versehen, welches eine Truppenärztin bei der Untersuchung eines jungen Mannes in einem der neuen "Karrierecenter" zeigt. Im Hintergrund ist ein Bild von Andy Warhol zu sehen. Marilyn Monroe lächelt in den weißen und sauberen Raum. Alles neu? Alles schick? Alles sexy bei der Bundeswehr?
Marilyn und Andy bekämen das grausen, wenn sie wüssten, was in den so genannten "Karrierecentern" der Bundeswehr tatsächlich vorgeht. Denn die neue Bundeswehr ist nur eine äußerlich neue Bundeswehr, die alte Bundeswehr ist sowohl in den Köpfen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, in den Methoden der Untersuchung, im Umgang mit den Rekruten, in dem unverändert gleichen Personal und in der gleichen Verteilung der Geschlechter, immer noch die gleiche.
Eine kleine Kostprobe dieser alten Bundeswehr in neuen Farben gibt die Musterungsärztin Barbara Helbert gegenüber der Neuen Züricher Zeitung zum besten:
Die Medizinerin Barbara Helbert, die schon seit 25 Jahren bei der Bundeswehr ist und die Wehrpflicht immer noch für eine gute Sache hält, stösst sich an der inflationären Häufigkeit, mit der die Werbung für den Soldatenberuf den Begriff Karriere strapaziert: «Wir sind doch kein Bankhaus.»
Sind Sie ein wenig nostalgisch veranlagt, Frau Helbert?
Abgesehen davon, dass schon eine gehörige Portion Sexismus und Misandrie dazugehört als Frau einen Zwang für Männer gut zu heißen, dem man selber nie ausgesetzt war, fragt man sich warum ausgerechnet Mitarbeiterinnen des Sanitätsdienstes der Bundeswehr derartige Äußerungen tätigen.
Gerade jene Ärztinnen, die zum Handlanger der Bundeswehr geworden sind und Männer gezwungen haben, sich in einer, die Würde des Menschen tief verletzenden Art und Weise behandeln zu lassen. Gerade jene, die den Zwang zur Nacktheit Realität Ausdruck verliehen haben.
So lange Mitarbeiterinnen des Sanitätsdienst sich so äußern glauben wir kein Wort von der schönen neuen Welt in der Bundeswehr. Da könnt ihr noch so viele Warhols und Marilyns an die Wände hängen.
Wer das Aufhängen von neuen Bildern und die Umbenennung der Kreiswehrersatzämter als Reform bezeichnet, der lügt.
Auch im Sanitätsdienst der Bundeswehr tut sich äußerlich einiges. Ein Bericht der Neuen Züricher Zeitung ist mit einem Bild versehen, welches eine Truppenärztin bei der Untersuchung eines jungen Mannes in einem der neuen "Karrierecenter" zeigt. Im Hintergrund ist ein Bild von Andy Warhol zu sehen. Marilyn Monroe lächelt in den weißen und sauberen Raum. Alles neu? Alles schick? Alles sexy bei der Bundeswehr?
Marilyn und Andy bekämen das grausen, wenn sie wüssten, was in den so genannten "Karrierecentern" der Bundeswehr tatsächlich vorgeht. Denn die neue Bundeswehr ist nur eine äußerlich neue Bundeswehr, die alte Bundeswehr ist sowohl in den Köpfen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, in den Methoden der Untersuchung, im Umgang mit den Rekruten, in dem unverändert gleichen Personal und in der gleichen Verteilung der Geschlechter, immer noch die gleiche.
Eine kleine Kostprobe dieser alten Bundeswehr in neuen Farben gibt die Musterungsärztin Barbara Helbert gegenüber der Neuen Züricher Zeitung zum besten:
Die Medizinerin Barbara Helbert, die schon seit 25 Jahren bei der Bundeswehr ist und die Wehrpflicht immer noch für eine gute Sache hält, stösst sich an der inflationären Häufigkeit, mit der die Werbung für den Soldatenberuf den Begriff Karriere strapaziert: «Wir sind doch kein Bankhaus.»
Sind Sie ein wenig nostalgisch veranlagt, Frau Helbert?
Abgesehen davon, dass schon eine gehörige Portion Sexismus und Misandrie dazugehört als Frau einen Zwang für Männer gut zu heißen, dem man selber nie ausgesetzt war, fragt man sich warum ausgerechnet Mitarbeiterinnen des Sanitätsdienstes der Bundeswehr derartige Äußerungen tätigen.
Gerade jene Ärztinnen, die zum Handlanger der Bundeswehr geworden sind und Männer gezwungen haben, sich in einer, die Würde des Menschen tief verletzenden Art und Weise behandeln zu lassen. Gerade jene, die den Zwang zur Nacktheit Realität Ausdruck verliehen haben.
So lange Mitarbeiterinnen des Sanitätsdienst sich so äußern glauben wir kein Wort von der schönen neuen Welt in der Bundeswehr. Da könnt ihr noch so viele Warhols und Marilyns an die Wände hängen.
Wer das Aufhängen von neuen Bildern und die Umbenennung der Kreiswehrersatzämter als Reform bezeichnet, der lügt.
Freitag, 7. Juni 2013
"Ökonomische Wehrpflicht", was ist das eigentlich?
Seit der Aussetzung der Wehrpflicht in Deutschland, scheint das Argument des Zwanges im Bezug auf Grundwehrdienst und Musterung vom Tisch zu sein . Die alten staubigen Kreiswehrersatzämter heißen jetzt "Karrierecenter", auf neu gestalteten Flyern der Bundeswehr lächelt eine junge Frau in Marineuniform, auf der Facebook Seite der Bundeswehr schwebt ein Transporthubschrauber vor blauem Himmel. Die Bundeswehr gibt sich viel Mühe, sexy zu wirken. Ruben Karschnick hat das neue Image der Bundeswehr, vor wenigen Wochen, in einem Artikel für Zeit Online etwas genauer unter die Lupe genommen.
Wirft man jedoch einen Blick in diese "neuen Karrierecenter" stellt man fest, dass hier ein massiver Etikettenschwindel betrieben wird. Die Gebäude sind die gleichen, die Mitarbeiter sind die gleichen, die Untersuchungsmethoden sind die gleichen und auch das Verhältnis der Geschlechter im Sanitätsdienst ist immer noch gleich. Überwiegend männliche Bewerber und überwiegend weibliches Personal. Alter Wein in neuen, nun ja, eher neu angestrichenen, Schläuchen. Gut zugegeben, die Rekruten anschreien und ihnen im Befehlston klar zumachen, dass sie sich jetzt gefälligst nackig zumachen haben, das traut man sich heute nicht mehr. Ist aber auch nicht nötig, denn die jungen Männer die heute den Weg in die Kreiswehrersatzämter finden wollen um jeden Preis tauglich gemustert werden. Die machen alles was man ihnen sagt, weil sie gefallen wollen. Aber warum lassen sie das mit sich machen?
Die Situation auf dem Arbeitsmarkt ist, auch wenn Deutschland im europäischen Vergleich relativ gut dasteht, weiterhin angespannt, so dass die Bundeswehr eine willkommene Flucht nach vorne für jene darstellt, die auf dem zivilen Arbeitsmarkt durchs Raster gefallen sind. Das weiß man bei der Bundeswehr und macht den Verdienst und die Sicherheit des Arbeitsplatzes zum zentralen Faktor der Werbekampagne.
Ihre finanziellen Vorteile lautet die Überschrift auf Seite zwei der Broschüre die für den "freiwilligen Wehrdienst" der Bundeswehr wirbt. Steuerfreier Wehrsold, Wehrdienstzuschlag, Sonderzuwendung, Entlassungsgeld, Zuschläge für Auslandseinsätze und einiges mehr, das sind die Argumente, die potentielle Bewerber, wie man Rekruten bei der Bundeswehr jetzt nennt, vom Dienst in der Bundeswehr überzeugen sollen.
Diese Bewerber, die aus finanzieller Not in die Bundeswehr getrieben werden und unter allen Umständen tauglich gemustert werden wollen, werden sich hüten, sich über erzwungene Nacktheit und über Ärztinnen und Truppenschreiberinnen des anderen Geschlechts zu beschweren. Diese jungen Männer werden erst spät merken, was man mit ihnen gemacht hat und dann ist es zu spät. Die Bundeswehr hat eine Verantwortung gegenüber diesen Menschen. Das betrifft zum einen die angemessene Aufklärung über die Risiken von Auslandseinsätzen, das betrifft die fachgerechte Beurteilung des Gesundheitszustandes des Bewerbers und das betrifft vor allem auch die menschenwürdige Behandlung, jener die sich "freiwillig" zum Dienst melden. Dort wo die ökonomische Not Menschen zum Opportunismus zwingt, darf es keine Profiteure geben, die diese Not ausnutzen. Auch wenn es teurer ist, Rekruten für urologische und proktologische Untersuchungen an zivile Fachärzte zu verweisen - an der Würde des Menschen darf nicht gespart werden. Auch nicht wenn es sich um Männer handelt.
Donnerstag, 6. Juni 2013
Vom Umgang mit Hodenkrebs in England
BASTA wurde immer wieder vorgeworfen, die Gefahr von Hodenkrebs zu unterschätzen. Die Verantwortlichen der Bundeswehr haben die entwürdigenden und erzwungenen Untersuchungen im Intimbereich immer wieder mit dem Hinweis auf die Gefahr von Hodenkrebs versucht zu legitimieren.
In England hat man ein etwas anderes Verständnis von Menschenwürde, erzwungener Nacktheit und Vorsorge. In einem längeren Bericht widmen sich die Macher von British Forces News dem Thema Hodenkrebs im Militär.
Seltsam, von erzwungener Nacktheit, Untersuchungen, bei denen man vollständig nackt sein muss, während die Hoden abgetastet werden und dergleichen ist in diesem Zusammenhang nicht die Rede. Stattdessen werden Kampagnen gestartet und Plakate gedruckt, die Soldaten ermuntern sollen sich regelmäßig selbst zu untersuchen und bei dem geringsten Zweifel einen ausgebildeten Urologen des Vertrauens aufzusuchen.
Dieses Video sollte eine Aufmunterung für den Sanitätsdienst der Bundeswehr sein, endlich aufzuhören mit entwürdigenden Untersuchungen an den Hoden und Hintern der Männer und (neuerdings) auch an den Brüsten der Frauen.
Vorsorge gehört in den privaten Bereich und nur dorthin. Erzwungene Nacktheit ist Missbrauch und kein legitimes Mittel der Vorsorge.
Mehr vom Umgang mit Hodenkrebs in England findet man hier und hier. Wenn man derartiges liest fragt man sich, ob einem, wenn man einem Engländern von den Zuständen in Deutschland erzählt, überhaupt Glauben geschenkt werden würde.
Mehr über unsere Meinung zum Thema Vorsorge findet man hier.
In England hat man ein etwas anderes Verständnis von Menschenwürde, erzwungener Nacktheit und Vorsorge. In einem längeren Bericht widmen sich die Macher von British Forces News dem Thema Hodenkrebs im Militär.
Seltsam, von erzwungener Nacktheit, Untersuchungen, bei denen man vollständig nackt sein muss, während die Hoden abgetastet werden und dergleichen ist in diesem Zusammenhang nicht die Rede. Stattdessen werden Kampagnen gestartet und Plakate gedruckt, die Soldaten ermuntern sollen sich regelmäßig selbst zu untersuchen und bei dem geringsten Zweifel einen ausgebildeten Urologen des Vertrauens aufzusuchen.
Dieses Video sollte eine Aufmunterung für den Sanitätsdienst der Bundeswehr sein, endlich aufzuhören mit entwürdigenden Untersuchungen an den Hoden und Hintern der Männer und (neuerdings) auch an den Brüsten der Frauen.
Vorsorge gehört in den privaten Bereich und nur dorthin. Erzwungene Nacktheit ist Missbrauch und kein legitimes Mittel der Vorsorge.
Mehr vom Umgang mit Hodenkrebs in England findet man hier und hier. Wenn man derartiges liest fragt man sich, ob einem, wenn man einem Engländern von den Zuständen in Deutschland erzählt, überhaupt Glauben geschenkt werden würde.
Mehr über unsere Meinung zum Thema Vorsorge findet man hier.
Dienstag, 28. Mai 2013
Die verschwendeten Millionen der Bundeswehr
Darüber, dass die Bundeswehr scheinbar Geld genug hat um eine eigene Sonnencreme und eigenen Nasenspray herzustellen, berichtet heute der Spiegel.
Ergänzen müsste man, dass der Bundeswehr eine adäquate Hodenkrebsvorsorge durch einen frei gewählten, zivilen Urologen keinen Cent wert ist.
Eine traurige Bilanz, Herr de Maizière!
Ergänzen müsste man, dass der Bundeswehr eine adäquate Hodenkrebsvorsorge durch einen frei gewählten, zivilen Urologen keinen Cent wert ist.
Eine traurige Bilanz, Herr de Maizière!
Freitag, 24. Mai 2013
USA: Vergewaltigung und Missbrauch im Militär - Überlebende melden sich zu Wort
Die gute Nachricht vorweg - sie werden gehört und bekommen ein Forum in einem ausführlichen Beitrag auf NBC News. Ein ähnliches Forum wurde männlichen Überlebenden ähnlicher Vorfälle innerhalb der Bundeswehr noch nicht gegeben, was den Tätern und Täterinnen die Möglichkeit gibt, weiterhin ungestört mit ihren perversen Spielchen fortzufahren.
The
Pentagon estimates that last year 13,900 of the 1.2 million men on
active duty endured sexual assault while 12,100 of the 203,000 women
in uniform experienced the same crime — or 38 men per day versus 33
women per day. Yet the Defense Department also acknowledges “male
survivors report at much lower rates than female survivors.”
Ein ähnliches Phänomen kann man auch in Deutschland beobachten.Während die Pilotstudie Gewalt gegen Männer ausführlich über Opfer sexueller Gewalt in der Bundeswehr berichtet, tauchen derartige Meldungen im Wehrbericht des Wehrbeauftragten nicht auf. Und wenn sie auftauchen, dann werden sie so umschrieben, dass sie nicht mehr als solche wahrgenommen werden. So wurden die Übergriff während der Musterung, denen Wehrpflichtige ausgesetzt waren, im Wehrbericht 2009 nicht etwa unter dem Punkt Sexuelle Straftaten, Diskriminierung und Belästigung verhandelt sondern ganz "neutral" unter der Überschrift Wehrpflicht. Sexuelle Straftaten, Diskriminierungen und Belästigungen haben in der Bundeswehr klar verteilte Geschlechterrollen: einen Mann als Täter und eine Frau als Opfer. Das hat den Vorteil für die Bundeswehr, dass derartige Straftaten, die auch an Männern verübt werden, unsichtbar bleiben.
Lewis,
who was raped by a male superior officer aboard a Navy ship in 2000,
spoke Thursday at a press conference introducing a
bill that seeks to strip serious sex assaults from the military’s
chain of command.At that event, he said: “Too often male survivors
are ignored and marginalized.”
Ignorieren und marginalisieren? Dafür gibt es auch in der Bundeswehr und in deren Umfeld Experten. Sie heißen Dr. Franz Joseph Jung, Dr. Finke, Bernhard Rymus, Reinhold Robbe usw. Und sie haben viele Verbündete die, bis auf wenige Ausnahmen, stillhalten.
“The
biggest reasons men don’t come forward (with sex assault reports)
are the fear of retaliation (from fellow troops), the fear of being
viewed in a weaker light, and the fact there are very few, if any,
services for male survivors,”
Das ist in Deutschland nicht anders als in den USA. Diejenigen, die bis jetzt wegen ihrer Musterung Kontakt mit Verantwortlichen aufgenommen haben, wurden sorgfältig ignoriert und abgewiegelt. Mal sehen, wie lange sich die Bundeswehr ein solches Vorgehen noch erlauben kann. In Amerika scheint man da schon einen Schritt weiter zu sein:
All
sexual assault response coordinators within the military are
instructed to provide “gender-responsive, culturally competent and
recovery-oriented” resources, said Cynthia O. Smith, a Pentagon
spokeswoman.
Geschlechtergerecht? Haben Sie das gehört Herr Königshaus und Herr de Maizière? Bisher hieß geschlechtergerecht in der Bundeswehr immer, dass man Anliegen von Männern einfach ignoriert. Vielleicht nimmt man sich ja bald ein Vorbild an Amerika und verwirft dieses diskriminierende Paradigma endlich. Die Zeit ist mehr als reif.
Assaults
on men have been “carefully hidden from the public and covered up,”
not only by the victims themselves but also by superiors within the
chain of command, contends the film’s producer and co-director Geri
Lynn Weinstein-Matthews.“It’s time for men to have their voices
heard. It’s time for them to stand up against these vicious attacks
and against the deception of some of their commanding officers.”
Sorgfältig vor der Öffentlichkeit versteckt? Das kennen wir hier in Deutschland auch. Aber es wird der Tag kommen, an dem darüber gesprochen wird.
In diesem Sinne - Ja, es ist auch in Deutschland an der Zeit, dass die Stimmen der männlichen Opfer gehört werden. Es ist an der Zeit aufzustehen und sich nicht mehr zu verstecken!
Mittwoch, 8. Mai 2013
"Die Stimmung in der Truppe ist nicht wirklich gut" - Thomas de Maizière stellt Zwischenbericht zur Bundeswehrreform vor
Um
es vorweg zu nehmen, heikle Themen wie der katastrophalen Zustand
des Sanitätsdienstes der Bundeswehr, der bis heute perverse
Pseudo - Untersuchungen an männlichen Soldaten durchführt
und in tragischen Fällen wie dem Tod von Jenny
Böken nicht das erste Mal versagt hat, finden im Bericht
des Verteidigungsministers keine Erwähnung.
Dafür
erklärt die Bundesregierung in einer Pressemitteilung,
dass alles nach Plan laufe und man im Ernstfall die 2011 ausgesetzte
Wehrpflicht wieder aufnehmen könne. Natürlich weiterhin nur für
Männer.
Gegenüber
dem Handelsblatt kritisierte
der SPD-Verteidigungsexperte Hans-Peter Bartels „Es sieht nur
vom Feldherrenhügel so aus, als ob alles glatt läuft.“ Dem kann
sich BASTA nur anschließen und hoffen, dass der
Verteidigungsminister endlich den Mut aufbringt echte Reformen in die
Wege zu leiten.
Für 2014 kündigte de Maizière mit einer umfassenden Evaluierung der Reform zu beginnen. Wir von BASTA können das nur begrüßen, solange heikle Themen nicht weiterhin außen vor bleiben.
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen, Herr de Maizière alles Gute und vor allem Kraft um auch unbequeme Themen nicht einfach unter den Tisch zu kehren.
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