Samstag, 3. August 2013

Russland: Homosexualität und Militär

Über die Bedingungen im Russischen Militär gibt es viele Horrormeldungen, von denen jede einzelne ein Skandal ist. Das Faktum des Zwangsdienstes, die hohen Selbstmordraten, die Dedowschtschina, der allgegenwärtige Missbrauch, die entwürdigenden und sexistischen Bedingungen bei der Musterung und viele Dinge mehr müssten zu einem riesen Aufschrei führen, denn sie sind Alltag.
In letzter Zeit hat Russland vor allem durch ein Gesetz gegen "Homosexuelle Propaganda" hervorgetan. Es braucht nicht viel Phantasie um über den Wind der homosexuellen Männern in der Armee Russlands entgegen weht zu spekulieren. Eine kleine "Kostprobe" ihrer menschenverachtenden Praxis gegenüber homosexuellen Männern haben russische Soldaten kürzlich gegeben als sie in in St. Petersburg Jagd auf einen Homosexuellen Mann machten - Queer.de berichtet.
Einen ausführlicheren Report über Homosexualität im Russischen Militär findet man in einem Bericht der Schweizer Flüchtlingshilfe.
Darin heißt es:

"Am 1. Juli 2003 wurde ein neues Militärgesetz eingeführt, welches «Abweichungen der Geschlechteridentität und der sexuellen Orientierung» als einen Grund für Untauglichkeit aufführt. Der Generalmajor des medizinischen Dienstes erklärte jedoch später, dass das neue Militärgesetz für Personen mit einer «ungewöhnlichen sexuellen Orientierung» kein Verbot darstellt, Militärdienst zu leisten. Auch Präsident Wladimir Putin erwähnte in einem Interview, dass Homosexuelle in der russischen Armee dienen dürfen, jedoch erwähnte er mit keinem Wort, dass homosexuelle Rekruten oft von Mobbing berichten, an welchem sich auch ihre Vorgesetzten beteiligen. Deshalb halten die meisten Rekruten ihre sexuelle Orientierung geheim. Dies wird auch in anderen Quellen erwähnt, zum Beispiel in einem BBC Report, welcher hervorhebt, dass es praktisch unmöglich sei für eine neu rekrutierte, homosexuelle Person, offen über ihre sexuelle Orientierung zu sprechen, weil das russische Militär eine speziell brutale Institution sei. Mehrere hundert Rekruten sterben jedes Jahr aufgrund von Schikanen und Misshandlungen. Deshalb sollte eine homosexuelle Person im russischen Militär speziell vorsichtig sein und ihre sexuelle Orientierung nie erwähnen."

Doch während gegenwärtig intensiv über die Situation der Homosexuellen in Russland allgemein diskutiert wird, bleibt die Situation der Homosexuellen in den Streitkräften weitestgehend außen vor. Aber gerade dort findet man den größten Hort des Schwulenhasses in Russland.

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