Freitag, 20. September 2013

Zürich: GSoA mit toller Aktion gegen den Zwangsdienst

GSoA-AktivistInnen machten mit einer interaktiven Aktion auf das mehr als fragwürdige Weltbild der Wehrpflichtbefürworter aufmerksam. Die Aktivisten stellten ein Bett mitten auf den Paradeplatz in Zürich mit dem Transparent: „Betten lernen geht auch billiger“ Passanten erhielten die Gelegenheit von einem Armeeangehörigen zu lernen, wie man richtig Betten macht. Die humoristische Aktion stiess auf grosse Zustimmung.

Über die Aktion berichtet die Gruppe auf ihrer eigenen Homepage.

Mittwoch, 18. September 2013

Tweets der Woche







Musterungstrauma: Hilfe für Betroffene


Wir von BASTA sind, im Laufe der Jahre, in denen wir an dem Thema Musterung gearbeitet haben, mit vielen Männern die von einem so genannten Musterungstrauma betroffen sind, in Kontakt gekommen. Wir sind keine professionellen Therapeuten und können darum nur Hinweise geben wo du dir professionelle Unterstützung suchen kannst und wie du dir erst einmal selbst helfen kannst. 

1.Du bist nicht alleine. Es ist ein schwieriges Gefühl zu wissen, dass die Musterung an vielen Millionen Männern vollzogen wurde aber scheinbar keiner damit ein Problem gehabt haben will. Das Bundesministerium für Familie und Soziales hat 2004 eine Pilotstudie mit dem Titel “Gewalt gegen Männer” veröffentlicht. Aus dieser Studie geht hervor, dass es einen nicht geringen Anteil an Männern gibt die die Musterung als demütigend empfunden haben.Der Grund, warum keiner darüber spricht ist also nicht, dass keiner so empfindet, sondern dass es sich nach wie vor um ein Tabu handelt über das keiner sprechen möchte.

Hier geht es weiter.

GSoA: Seit 60 Jahren kämpfen Rechtsbürgerliche gegen „Armeeabschaffung“

Seit 60 Jahren bekämpfen die Rechtsbürgerlichen alle Vorschläge, welche einen Teil der Armee betreffen, als Angriff aufs Ganze. Die einzige Ausnahme ist die Einführung des Zivildienstes 1992, die nach der GSoA-Abstimmung 1989 unumgänglich geworden war. Besonders grotesk ist das „Argument" der „Armeeabschaffung" in der aktuellen Gripen-Frage, hatte doch der Bundesrat selber im August 2010 den Verzicht auf die Beschaffung neuer Kampfjets beschlossen. Wollten Ueli Maurer und seine KollegInnen damals die Armee abschaffen?
Bleiben wir, bevor wir die Vergangenheit aufrollen, kurz bei dieser aktuellen Frage! Dass die GSoA eine verantwortungsbewusste Organisation ist, bewies sie im November 2010 mit dem Entscheid, ihre Volksinitiative gegen neue Kampfjets zurückzuziehen. Wir taten dies nicht, weil wir völlig sicher waren, dass das Geschäft gebodigt war. Wir taten es, weil wir sicher sein konnten, dass, nachdem unsere Initiative das Volk ins Spiel gebracht hatte, bei einer allfälligen Kehrtwende ein referendumsfähiger Parlamentsbeschluss unumgänglich war. Ein Referendum hat gegenüber der Initiative drei grosse Vorteile: a) es braucht kein Ständemehr, b) Nein-Mehrheiten sind leichter zu gewinnen und c) es ist viel breiter, auch bürgerlich abgestützt. Das Referendum gegen die Gripen-Beschaffung wird nun von zwei unabhängigen Komitees getragen. Bei einem der beiden sind wir ein (minderheitlicher und engagierter) Teil. Dass es ein unabhängiges bürgerliches Komitee gibt, ist auch gegenüber der Stop F/A-18-Abstimmung ein Novum.

Den ganzen Artikel von Josef Lang findet man hier.

Dienstag, 17. September 2013

Aufruf: Schweizerinnen und Schweizer, wehrt euch gegen die Wehrpflicht!

Am 22. September haben alle Bürgerinnen und Bürger der Schweiz die Möglichkeit über eine Pflicht zu befinden die ihrem Wesen nach zutiefst ungerecht ist. Es soll über eine Pflicht zu einem Dienst abgestimmt werden, welche im Jahr 2013 keine Pflicht mehr sein darf! Sie haben darum die Pflicht an der Abstimmung teilzunehmen und ein Zeichen gegen die Beschneidung persönlicher und individueller Freiheit und gegen die Missachtung der Menschenwürde eines jeden Schweizers zu setzen!
Wehrpflicht ist ein schwerwiegender Eingriff in die Freiheit von jungen Männern und sollte nur im Fall einer konkreten Bedrohungssituation des Heimatlandes durch eine feindliche Macht, eingesetzt werden. Streitkräfte, die auf Wehrpflicht basierten wurden in den letzten Jahren, in Folge einer natürlichen Entwicklung nach dem Ende des Kalten Krieges, Stück für Stück durch Freiwilligen Armeen ersetzt. Nur wenige kleine Staaten, unter ihnen die Schweiz, halten noch immer an einem System fest, welches schon lange als veraltet gilt.
Da es in der Schweiz und in keinem anderen europäischem Land eine ernstzunehmende Gefahr einer militärischen Invasion mehr gibt, gibt es auch keine Notwendigkeit und Legitimation mehr, junge Männer zum Militärdienst zu zwingen!
Wehrpflicht bedeutet nicht nur, willkürlich der individuellen Freiheit beraubt zu sein, sondern auch auf das Recht auf freie Arztwahl verzichten zu müssen und sich entwürdigenden medizinischen Untersuchungen unterziehen zu müssen. Dazu gehören auch erzwungene Nacktheit und Intimuntersuchungen durch Angehörige des anderen Geschlechts. Eine Situation, die in einem anderen Kontext als sexuelle Nötigung und Verstoß gegen die Menschenwürde eingestuft wird. (siehe www.musterung.us).
In einem modernen Europa, welches sich auf die Fahne geschrieben hat, für Chancengleichheit von Männern und Frauen zu sorgen, muss die einseitige Belastung der Männer durch die Wehrpflicht als eine ernsthafte Diskriminierung aufgrund des Geschlechtes beurteilt werden. BASTA setzt sich für eine friedvolle Welt ein, sowohl hinsichtlich des individuellen Friedens, dem Frieden zwischen den Geschlechtern und als auch hinsichtlich des Friedens zwischen den Völkern. Dazu gehört das Männer und Frauen, die gleichen Rechte, die gleichen Chancen und das gleiche Recht auf Schutz der Persönlichkeit genießen. Das Einberufen von jungen Männern zu einem militärischen Zwangsdienst hat in einer solchen Welt keinen Platz!
Wehrpflicht ist die letzte Form der juristisch legitimierten und moralisch höchst fragwürdigen Zwangsarbeit und das ausgerechnet in einem so gewaltvollen Bereich wie dem Militärischen. Damit muss Schluss sein! Der Ersatzdienst in Form des Zivildienst ist zu einem ökonomisch sehr fragwürdigen Selbstläufer geworden. Unausgebildete und unmotivierte Zwangsdiener übernehmen z. B. im medizinischen und sozialen Bereich z. T. Aufgaben von Fachkräften. Dies spart nicht nur qualifizierte Arbeitsplätze ein, es ist auch für die betroffenen Menschen, die auf diese Leitungen angewiesen sind, unzumutbar. Dennoch wird diese Ungerechtigkeit wird immer wieder als Legitimation der Wehrpflicht angeführt. Wortführend sind hier vor allem die Profiteure dieser kostenlosen Zwangsarbeit. Erteilen Sie diesen Nutznießern und diesen Missständen eine Abfuhr!
Es ist paradox junge Männer in ein militärisches System zu zwingen, welches sie zum Einen Aggression lehrt und ihnen umgekehrt Gewalt – auch sexuelle, antut, um sie danach für ihr verändertes aggressives Verhalten in der zivilen Welt verantwortlich zu machen. Umfangreiche Studien haben den Zusammenhang zwischen Militärdienst und häuslicher Gewalt bestätigt und bewiesen. Das muss ein Ende haben!
Solidarität des Einzelnen mit dem eigenen Land kann nur in einem Akt der Freiwilligkeit seinen Ausdruck finden und nicht in einer Tat, deren Unterlassung mit Gefängnis bestraft wird!
Das System der Ersatzabgabe diskriminiert de facto die Armen und Ärmsten der Gesellschaft – wer Geld hat kann sich vom Dienst freikaufen wer kein Geld hat obliegt dem Zwang. Eine moderne Gesellschaft, die sich der Rechtsstaatlichkeit und den Menschenrechten verpflichtet fühlt, darf derartige Benachteiligungen nicht zulassen!
Die meisten zukünftigen Rekruten sind heute noch zu jung oder noch nicht einmal geboren. Sie haben darum nicht die Möglichkeit darüber abzustimmen, ob sie ihr Leben durch einen staatlichen Zwangsdienst fremdbestimmen lassen wollen.
Denken Sie bitte bei Ihrer Wahl daran! Die Freiheit Ihrer Söhne hängt von Ihrer Stimme ab. Stimmen sie nicht für ein System, welches die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern festschreibt und die Freiheit und Menschenwürde von jungen Männern willkürlich einschränkt!


WEHRT EUCH GEGEN DIE WEHRPFLICHT!


Die BASTA KAMPAGNE – Stoppt Missbrauch und Erniedrigung im Militär

Montag, 16. September 2013

Türkei: 12 junge Männer verweigern Zwangsdienst



In Istanbul haben sich 12 Jugendliche bereit erklärt, den Wehrdienst in der türkischen Armee zu verweigern. Mit dieser Aktion wollen die Jugendlichen der Öffentlichkeit zeigen, dass sie einen Schritt zum Frieden zwischen dem türkisch-kurdischen Konflikt beitragen wollen. Außerdem kritisiert man die Wehrdienstbedingungen der türkischen Armee.


Die türkische Armee ist bekannt für ihre harte und zum Teil unmenschliche Ausbildung von Soldaten. Es steht eine 15-monatige Grundausbildung an. Man kann von Glück reden, wenn man in dieser Zeit nicht in den Kampf gegen die PKK-Kämpfer antreten muss. Mittlerweile kann man sich sogar in der Türkei für rund 13.000 Euro von der Armee freikaufen, sofern man schon das 30. Lebensalter vollendet hat.


„Glück für die Reichen – Pech für die Armen“, so lautet die Devise bei dieser Gesetzesänderung. Obwohl die Türkei mit 600.000 Mann unter Waffen die zweitgrößte Armee der Nato ist, will man weiterhin nicht vom Kriegsdienst abwenden. Nicht umsonst heißt ein bekanntes Sprichwort in der Türkei „Jeder Türke wird als Soldat geboren“ [Her Türk asker dogar]. Neben Aserbaidschan ist die Türkei das einzige Land im Europarat, das das Recht auf Kriegsdienstverweigerung nicht anerkennt. Seit 1927 besteht die Wehrpflicht für alle männlichen türkischen Staatsbürger. Die Möglichkeit eines Zivildienstes existiert nicht. Kriegsdienstverweigerung gilt als Straftat. Nach Paragraf 318 des Strafgesetzbuches, der die „Distanzierung des Volkes vom Militär“ unter Strafe stellt, bedeutet die Verweigerung „die Liebe der Gesellschaft verlieren“. Wer sich weigert, seinen Dienst anzutreten, wird von einem Militärgericht zu einer Haftstrafe verurteilt, in der Regel gefoltert und misshandelt und nach der Haft wieder an die zuständige militärische Einheit überstellt. Doch das ist nicht alles. Kurdische oder türkisch-alevitische Wehrdienstleistende werden zumeist von nationalistischen Soldaten unterdrückt. Oft kommt es sogar auch vor, dass Soldaten wegen ihrer Religion oder ihrer Herkunft umgebracht werden. In der Türkei spricht man dabei von “Selbstmorden”.

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Schweiz: Vor allem Junge sind gegen den Zwangsdienst

In der Schweiz zeichnet sich ein ähnliches Bild ab wie zuvor in Österreich: Während Menschen, welche nicht vom Zwangsdienst betroffen sind eher für den Zwangsdienst sind, sind jene, welche durch Geschlecht und Alter zum Dienst gezwungen sind eher dagegen.
Berichtet das SRF: 

In der ersten Welle der SRG-Umfrage waren 52 Prozent der 18- bis 39-jährigen Teilnehmer für die Aufhebung der Wehrpflicht. Wäre am 2. September darüber abgestimmt worden, hätten nur noch 45 Prozent Ja gesagt. Im Gegenzug nahm in derselben Altersklasse die ablehnende Haltung stark zu: von 40 auf 50 Prozent Nein.
Noch deutlicher wird das Nein in der Kategorie der über 65-Jährigen: Waren im August 68 Prozent dagegen, sind es nun 81 Prozent. Zudem hat der Anteil der noch Unentschlossenen in dieser Altersklasse stark abgenommen – von 10 auf 4 Prozent.